Wie lässt sich Rainforest Alliance Certified™ mit Fairtrade vergleichen?

Die Rainforest Alliance und die Fair Trade Labelling Organizations International (FLO) sind beides international anerkannte und sich gegenseitig anerkennende Organisationen, die sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen in den Entwicklungsländern engagieren. Dennoch gibt es Unterschiede:

Betriebsgröße und Organisationsform

Die Rainforest Alliance arbeitet im Rahmen ihres Landwirtschaftsprogramms mit landwirtschaftlichen Betrieben unabhängig ihrer Größe und ihres Organisationsform zusammen. Dies schließt kleinbäuerliche Familienbetriebe mit gar keinen bis wenigen Angestellten ebenso ein wie große landwirtschaftliche Farmen mit vielen Angestellten. Darin sieht sie den bestmöglichen Weg, ihr Ziel zu erreichen: Möglichst vielen Menschen ein Auskommen zu sichern und auf größtmöglicher Fläche für eine nachhaltige Bewirtschaftung zu sorgen, bei der die Umwelt geschützt und Lebensraum für (teils selten gewordene) Tiere und Pflanzenarten erhalten bleibt. FLO hat es sich hingegen zur Aufgabe gemacht, vor allem Kleinbauern zu fördern, die genossenschaftlich organisiert sind. Der Begriff „Fair Trade" steht dabei nicht für den Namen der Organisation, sondern ganz allgemein für „fairen" -- gerechten, sozialen -- Handel und wird meistens nicht übersetzt direkt aus dem englischen Wortlaut übernommen

Historie und Entwicklung

Rainforest Alliance Certified

Die Rainforest Alliance wurde 1987 gegründet mit dem Ziel, den tropischen Regenwald gegen den vehementen Raubbau zu schützen. Deshalb galt ihr Engagement zunächst der nachhaltigen Ausrichtung der Forstwirtschaft. Sie wurde zum Mitbegründer des heute weltweit angewandten und international anerkannten Standards Forest Stewardship Council (FSC). Auf dessen Basis erarbeitete sie ab 1992 in Zusammenarbeit mit anderen lateinameri¬kanischen NGOs ein auf die landwirtschaftliche Produktion ausgerichtetes Nachhaltigkeitsprogramm. 1996 wurde die erste Kaffeefarm nach dem Standard des SAN Sustainable Agriculture Network (Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft) zertifiziert. (Mehr über das SAN erfahren Sie hier) Die FairTrade-Bewegung startete 1970 als Max Havelaar in den Niederlanden. Heute sind verschiedene Organisationen unter dem Dach der Fairtrade Labelling Organisations International (FLO) vereint. Die erste Zertifizierung und Kennzeichnung von Kaffee erfolgte 1989.

Landwirtschaftliche Erzeugnisse

Die Rainforest Alliance arbeitet im Rahmen ihres Landwirtschaftsprogramms mit landwirtschaftlichen Betrieben unabhängig ihrer Größe und ihres Organisationsform zusammen. Dies schließt kleinbäuerliche Familienbetriebe mit gar keinen bis wenigen Angestellten ebenso ein wie große landwirtschaftliche Farmen mit vielen Angestellten. Darin sieht sie den bestmöglichen Weg, ihr Ziel zu erreichen: Möglichst vielen Menschen ein Auskommen zu sichern und auf größtmöglicher Fläche für eine nachhaltige Bewirtschaftung zu sorgen, bei der die Umwelt geschützt und Lebensraum für (teils selten gewordene) Tiere und Pflanzenarten erhalten bleibt. FLO hat es sich hingegen zur Aufgabe gemacht, vor allem Kleinbauern zu fördern, die genossenschaftlich organisiert sind. Der Begriff „Fair Trade" steht dabei nicht für den Namen der Organisation, sondern ganz allgemein für „fairen" – gerechten, sozialen – Handel und wird meistens nicht übersetzt direkt aus dem englischen Wortlaut übernommen

Vermarktung

Die Rainforest Alliance und ihre Partner im SAN Sustainable Agriculture Network (Netzwerk für eine Nachhaltige Landwirtschaft) verfolgen mit ihrem landwirtschaftlichen Programm einen ganzheitlichen Ansatz. Zentrales Anliegen ist es, die Bewirtschaftung nachhaltig auszurichten, und dies umfassend: in ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht. Nur so kann ein Erzeuger auf Dauer seinen Bestand sichern und nachfolgenden Generationen ebenfalls ein Auskommen sichern.

In Vorbereitung der Zertifizierung werden den Bauern umfassendes Know-How und wertvolle Qualifikationen vermittelt, damit sie nicht nur ihre Erträge steigern und möglichst auch die Qualität ihrer Erzeugnisse verbessern, sondern ihre Ernte auf dem globalen Markt auch selbständig und erfolgreich vermarkten können. Farmer, die an dem Rainforest Alliance Certified™-Programm teilnehmen, lernen wie man intelligent anbaut, Nettoprofite erhöht und fruchtbare Böden und Naturressourcen erhalten kann, von denen in naher Zukunft der Lebensunterhalt der Nachkommen abhängt.

Dass genau dies ein erfolgreicher Ansatz zur Unterstützung der Bauern ist, bescheinigt das Verbrauchermagazin Öko-Test (Ausgabe 8/2009). „Nach Aussage von Carsten Schmitz-Hoffmann, Leiter des Programms für soziale und ökologische Standards bei der GTZ Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit, profitieren die Produzenten auch ohne festgelegten Mindestpreis von der Zertifizierung durch die Rainforest Alliance: „Es werden neue Absatzmöglichkeiten geschaffen und bessere agrarische Praktiken sowie effizientere Arbeitsmethoden eingeführt. Das führt in der Regel auch zu Einkommenssteigerungen."

Anliegen von Fairtrade International (FLO) sind stabile Preise und Marktzugangschancen für Kleinbauernkooperativen. Die Kooperativen erhalten mindestens den von FLO festgelegten Mindestpreis. Zusätzlich erhalten die Kooperativen eine festgelegte Prämie für Gemeinschaftsprojekte, über deren Verwendung die Kooperative entscheidet.

Standard

Der SAN-Standard trägt dazu bei, die Armut in den Erzeugerländern zu verringern, in großem Umfang eine Verbesserung der Betriebspraktiken zu fördern sowie die Biodiversität (Artenvielfalt) auf ausgedehnten Landstrichen zu schützen. Er beruht auf einem umfassenden Kriterienkatalog, in dem die drei Säulen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Soziales, Ökonomie – in gleichem Maße berücksichtigt sind. Alle drei Aspekte sind eng miteinander verwoben. Wird dies berücksichtigt, kann das bestmögliche Ergebnis erreicht werden. Zu den 10 grundlegenden Prinzipien des SAN-Standards gehören: Boden- und Gewässerschutz, Erhalt der Ökosysteme einschließlich Schutz von Flora und Fauna und Verbot der Abholzung von Wäldern, gute Arbeitsbedingungen, rechtmäßige Entlohnung und Schutz der Arbeiter (hier gelten die ILO-Kernkriterien und weitere Vorschriften; siehe SAN-Standards),set link to chapter SAN standards OR offer download of SAN standard Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für die Arbeiter, kostenloser Schulunterricht für die Kinder und gesundheitliche Vorsorge auch für Familienangehörige und Gemeindemitglieder. Integrierter Pflanzenschutz inklusive des Verbots bestimmter Pestizide und des Verbots von genetisch manipulierten Organismen (GMO) ist ebenso ein wesentliches Prinzip wie ein integriertes Abfallmanagement mit dem Gebot, möglichst viel Abfall zu kompostieren bzw. zu recyceln oder umweltgerecht zu entsorgen.

Auch werden nach den Standards des SAN nur solche Farmen zertifiziert, auf deren Flächen es nach November 2005 keine Abholzung und damit keine Zerstörung oder empfindliche Störung eines Ökosystems mehr gegeben hat. Diese Vorschrift zeigt, welch hohen Stellenwert der Schutz von Ökosystemen und der Erhalt der Biodiversität bei diesem Standard besitzen. Dies erfordert auch ein klares Bekenntnis der Farmer zur Nachhaltigkeit. In Vorbereitung auf die Zertifizierung lernen die Farmer außerdem, wie sie die Produktivität ihrer Pflanzen erhöhen und Ausgaben und Kosten kontrollieren können. In vielen Fällen erreichen sie so gleichzeitig eine höhere Qualität ihrer Erzeugnisse und erzielen auch dadurch Preisvorteile auf dem Markt – zusätzlich zu jenen, die ihnen das Siegel Rainforest Alliance Certified™ als Zeichen nachhaltiger Erzeugung einbringt. Denn die Zahl bewusst kaufender Verbraucher und die Nachfrage nach nachhaltig erzeugten Waren wachsen beständig.

FairTrade arbeitet, was den Kaffeeanbau betrifft, nur mit Kleinbauern in Genossenschaftsbetrieben zusammen. Ausnahmen gibt es nur bei Tee, Bananen und Blumen, da sie üblicherweise auf großen Landgütern angebaut werden.

Kennzeichnung

Wir sind der Meinung, dass Engagement im Umweltschutz und für soziale Belange Anerkennung verdient. Aus diesem Grund dürfen Produkte, die zu mindestens 30 Prozent von Rainforest Alliance Certified™-Farmen stammen, unser Gütesiegel auf der Verpackung tragen. Vereinbartes Ziel mit den Unternehmen ist dabei stets, über die Zeit auf 100 Prozent von zertifizierten Farmen bezogene Rohstoffe umzustellen, wofür es auch erfolgreiche Praxisbeispiele gibt. 30 Prozent aus nachhaltiger Erzeugung bei einem Produkt, das ein weltweit vertretenes Unternehmen anbietet, hat einen immensen Einfluss auf positive Veränderungen beim Natur- und Arbeiterschutz. Außerdem erreichen wir durch diesen 30% Anteil, dass auch kleinere Unternehmen die Möglichkeit haben, einzusteigen. Hinzu kommt, dass es die Bauern stark motiviert, wenn sie die Absatzchancen ihrer Erzeugnisse sehen.

Die Rainforest Alliance hat sich zu Transparenz verpflichtet. Das heißt, bei einem Gehalt von weniger als 90 bis 100 Prozent muss der Anteil, der von zertifizierten Farmen stammt, ausdrücklich auf der Verpackung vermerkt sein. Bei Produkten, die aus mehreren Zutaten bestehen, die nicht alle aus tropischen Regionen von zertifizierten Farmen bezogen werden können, ist außerdem der Rohstoff, z. B. Kakao in einem Schokoladenkeks, anzugeben. Zusätzlich muss er aber mindestens 30 Prozent des Trockengewichts des Produkts betragen.

Beim Fairtrade-Siegel gilt für Mischprodukte: Alle möglichen Fairtrade-Zutaten müssen ins Produkt. Milch, Eier oder Weizenmehl, die es nicht als Fairtrade-Ware gibt, sind erlaubt. Der Fairtrade-Anteil am Gesamtprodukt muss mindestens 20 Prozent betragen, und alle Zutaten müssen mit ihrem prozentualen Anteil auf der Zutatenliste ausgewiesen werden. Produkte wie Kaffee, Tee oder Reis sind immer 100 Prozent fair gehandelt. Eine streng geregelte Stufenregelung für einen ersten Marktzugang wie bei Rainforest Alliance Certified™ gibt es bei Fairtrade nicht.

Allgemeines

Die unabhängige Verbraucherorganisation Consumer International hat verschiedene Zertifizierungssysteme miteinander verglichen und eine kurz gefasste Übersicht dazu erarbeitet (Stand 2006). Außerdem hat die Tropical Commodity Coalition, ein Zusammenschluss von acht Nichtregierungsorganisationen, darunter Oxfam, FairFood und Solidaridad, und zwei Gewerkschaften, grundlegende Untersuchung der Effekte von Umwelt- und Sozial-Labels durchgeführt und das Rainforest Alliance Certified™-Siegel mit zahlreichen anderen verglichen. Dem 2010 veröffentlichten Bericht gingen andere ebenfalls umfassende Bewertungen von Nachhaltigkeitsprogrammen speziell für Kaffee- und Kakao voraus. Jeder dieser Berichte gibt eine umfassende unabhängige Bewertung. In Deutschland ist die Datenbank label online der Verbraucher Initiative e.V. (Bundesverband) ein wertvoller und unabhängiger Ratgeber. Sie beurteilte das Siegel der Rainforest Alliance sowohl im Bereich „Soziales" als auch im Bereich „Umwelt" uneingeschränkt als empfehlenswert, der bestmöglichen Auszeichnung.

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