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Rainforest Alliance vergibt Kleinhans-Stipendium bis 2009 an Brasilianerin, die in Zürich lebt

16. Dezember 2007

Die internationale Umweltschutz- und Nichtregierungsorganisation Rainforest Alliance hat der in der Schweiz lebenden Brasilianerin Monica Barroso Keel (32) das Kleinhans-Stipendium (Kleinhans fellowship) der Organisation für die kommenden zwei Jahre verliehen. Barosso Keel wird das Geld dafür aufwenden, um Gemeinden und Gemeinschaften im brasilianischen Amazonasgebiet über nachhaltige landwirtschaftliche Erzeugung und optimale Vermarktung der Produkte zu informieren und sie darin auch zu schulen. Viele Menschen im Amazonas leben vom Anbau, der Produktion und dem Verkauf von Nüssen, Früchten, Harzen und Kautschuk. Daraus werden neben Lebensmitteln auch Medizinprodukte hergestellt. Für die Amazonas-Bauern ist insbesondere der Handel mit diesen Rohstoffen oft überlebenswichtig.

Das Kleinhans-Stipendium wird alle zwei Jahre an Personen vergeben, die sich in den Tropenregionen um die Herstellung und Vermarktung von Nicht-Tropenholzprodukten verdient machen und den Schutz der tropischen Wälder unterstützen. Das Kleinhans-Stipendium ist mit 30.000 US-Dollar dotiert, die in zwei Tranchen ausbezahlt werden. Hauptteil der Aufklärungs- und Bildungsarbeit von Barroso Keel wird die Entwicklung eines Pilotradioprogramms sein, das den Amazonas-Gemeinschaften bei der Vermarktung ihrer Produkte vor Ort als zentrale Informationsplattform dienen soll. Das neue Radioformat wird insbesondere über nachhaltige Landwirtschaft und Waldbewirtschaftung in den Tropen, den schonenden Umgang mit Ressourcen, die Auswahl standortgerechter Arten und eine energiesparende Herstellung und Verarbeitung von Produkten berichten. Radio ist der am weitesten verbreitete Informationskanal in der Amazonas-Region.

"Wer die tropischen Wälder effektiv schützen will, muss den in den Tropen lebenden Menschen, die oft als Bauern von und mit dem Land leben müssen, einen wirtschaftlichen Vorteil verschaffen. Zum Beispiel, indem sie ihre Produkte zu besseren Preisen verkaufen können. So können wir die tropischen Lebensgemeinschaften dazu motivieren, im Sinne des Naturschutzes verantwortungsvoll zu handeln", so Tensie Whelan, Executive Director der Rainforest Alliance.

Das Projekt

Monica Barroso Keel

Insgesamt ein Drittel des brasilianischen Amazonas gehört Kleinbauern, die das Land auch selbst bewirtschaften. Rund zwei Millionen von ihnen sind traditionelle Bauern und rund 180.000 gehören indigenen Stammesvölkern an. Obwohl bereits viele Projekte auf den Weg gebracht wurden, die sich mit der Vermarktung tropischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse befassen, erreichen nur wenige die Gemeinden in der Amazonasregion. „Die meisten Erzeuger von Früchten, Nüssen & Co. im Amazonas leben weit entfernt vom nächsten urbanen Zentrum und müssen Verkehrswege von mehreren Stunden oder gar Tagen zurücklegen, um dorthin zu gelangen", so Barrroso Keel. Die Bauern sind sich des tatsächlichen Marktwerts ihrer Erzeugnisse oft nicht bewusst und vertrauen beim Handel auf Mittelsmänner. Die allerdings bieten nur äußerst selten angemessene Preise. Barroso Keel ist überzeugt: „Information ist einer der Schlüssel zum Erfolg. Indem wir den Bauern Zugang zu vielfältigen Marktinformationen geben, hoffen wir, den Amazonas-Gemeinschaften bessere Verhandlungspositionen zu ermöglichen. Insbesondere nachhaltig erzeugte Produkte lassen sich mittlerweile zu besseren Preisen vermarkten. Ein Punkt, den Kleinbauern im Amazonas erst kennenlernen müssen."

Zur Person

Monica Barroso Keel stammt aus Londrina, Paranám, im südlichen Brasilien und lebt heute in Zürich. Im August 2006 machte sie ihren Abschluss in Wirtschaft und Politikwissenschaften an der London School of Economics. Ihre Abschlussarbeit befasste sich mit Thesen zur Nutzung der Radiokommunikation zur besseren Information und Bildung von Regenwald-Lebensgemeinschaften im brasilianischen Amazonasgebiet. Zuvor arbeitete Barroso Keel als Beraterin für die „Friends of the Earth Brazilian Amazonia". Sie ist Mitbegründerin der Nichtregierungsorganisation "Projeto Bagagem", die sich unter anderem der wirtschaftlichen Förderung brasilianischer Gemeinden mit besonderem Blick auf Tourismuswirtschaft verschrieben hat. Barroso Keel ist die zehnte Stipendiatin des "Kleinhans fellowship."

Das Stipendium

Elysabeth Kleinhans hat das Stipendium „Kleinhans fellowship" 1989 ins Leben gerufen. Kleinhans ist eine zentrale Stütze für die Rainforest Alliance. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die verantwortungsbewusste Waldbewirtschaftung unter ökologischen, sozialen und betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. „Kleinhans fellowship"-Projekte widmen sich dem Schutz und Erhalt der tropischen Wald-Ökosysteme. Sie fördern die Erforschung der landwirtschaftlichen Nutzung und des Ressourcen-Managements. Stipendiaten befassen sich in ihrer Arbeit daher mit der Ökologie der lokalen Tropenwälder, nutzbaren oder zu erschließenden Ressourcen mit wirtschaftlichem Potenzial, Herausforderungen unter Berücksichtigung nachhaltig ausgerichteter Wirtschaftsziele und der Betrachtung möglicher nationaler oder internationaler Märkte.

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