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Die Rainforest Alliance verzeichnet für das Jahr 2010 signifikantes Wachstum

28. April 2011

Trotz fortschreitender wirtschaftlicher Instabilität in vielen Ländern: Eine wachsende Zahl von Herstellern liefert dem Weltmarkt verstärkt nachhaltig erzeugte Produkte, wie es von Verbrauchern mehr und mehr nachgefragt wird. Gleichzeitig fordern Verbraucher von Herstellern konsequent mehr Transparenz hinsichtlich des Ursprungs von Rohwaren und der einzelnen Fertigungsschritte entlang der gesamten Lieferkette. So wächst auch der Bedarf an Nachhaltigkeitsaudits und -zertifizie­rungen durch unabhängige Dritte.

Dies erklärt auch das beträchtliche Wachstum der Rainforest Alliance, einer internationalen Non-Profit- und Naturschutzorganisation, die heute für das Jahr 2010 bei all ihren Program­men Erfolg vermeldete, darunter in der „nachhaltigen Forstwirtschaft“ (sichtbar durch das FSC-Siegel), der „nachhaltigen Landwirtschaft“ (sichtbar durch das Rainforest-Alliance-Certified™-Siegel), dem „nachhaltigen Tourismus“ (in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen) und im Kampf für einen effektiven „Klimaschutz“.

„Wir sind stolz darauf, dass sich unser Engagement für den Naturschutz und den Erhalt der Artenvielfalt auszahlt und auf aktuell mehr als 70 Länder ausgeweitet werden konnte“, so Tensie Whelan, Präsidentin der Rainforest Alliance.

Plus 6 Prozent bei FSC-zertifizierten Waldflächen

In der Forstwirtschaft hat das „Rainforest Alliance SmartWood-Programm“ seine Position als führender Zertifizierer gemäß dem Standard des Forest Stewardship Councils (FSC) beibehalten und insgesamt 3,7 Millionen Hektar Wald nach FSC-Standard zertifiziert. Dadurch erhöhte sich die nachhaltig bewirtschaftete Waldfläche um 6 Prozent auf 63,1 Mil­lio­nen Hektar weltweit. FSC-zertifizierte Forstbetriebe tragen bei zum Schutz von Böden und Wasser, reduzieren Abfall, verhindern Abholzung und bieten wildlebenden Tieren natürlichen Lebensraum. Die Arbeiter in zertifizierten Betrieben profitieren von sicheren Arbeits­bedin­gungen, Gesundheitsvorsorge und angemessenen Wohnbedingungen für sich und ihre Familien. Ihre Kinder haben Zugang zu Schule und Bildung. Bis heute hat die Rainforest Alliance 47 Prozent der FSC-zertifizierten Forstflächen weltweit zertifiziert. Dr. Tymothy Synott, der damals erste Direktor des Forest Stewardship Council (FSC), betonte unlängst: „Die Gründung des SmartWood-Programms der Rainforest Alliance war ein historisches Ereignis. Es bestärkte uns in unserer Bemühung, eine damals erst reifende Idee zu verwirk­lichen und den Forest Stewardship Council zu gründen.“ Der FSC ist der heute weltweit bedeutendste, anerkannte Standard zur Forst­zertifizierung. Die Rainforest Alliance ist Grün­dungsmitglied und Teilnehmer an der Gründungsversammlung des FSC 1993 in Toronto, Kana­da. Bereits 1991 brachte sie mit SmartWood das erste Programm für nachhaltige Forstwirtschaft auf den Markt.

Die Rainforest Alliance hat im vergangenen Jahr zudem 2.987 FSC-Chain-of-Custody-Zertifikate, so genannte Produktlieferkettenzertifikate, ausgestellt – eine Steigerung von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Engagiert für den Klimaschutz und weltweit eine führende Kraft
Das Klimaschutzteam der Rainforest Alliance überprüft forstwirtschaftliche Projekte mit besonderem Fokus:  So müssen Betriebe zeigen, dass sie mit ihren Forstflächen in der Lage sind,  CO2zu binden und Treibhausgas­emissionen zu reduzieren. In Kanada konnte ein erstes Klimaschutz- und Biodiversitätsprojekt überprüft und sein positiver Nutzen für Klima, Öko­systeme und eine nachhaltige Entwicklung bestätigt werden. In Paraguay hat SmartWood das erste Projekt zur „Reduktion von Emissionen aus Entwaldung und Schädigung von Wäldern“ (Reduced Emissions from Deforestation and Forest Degradation, REDD) überprüft und anerkannt. In Guatemala haben SmartWood und der FSC das erste Projekt gemäß dem „Verifizierten Kohlenstoff Standard“ (Verified Carbon Standard, VCS), einem der am weitesten verbreiteten Standards zur Validierung und Verifizierung von freiwilligen Emissions­minderungen, überprüft und bestätigt sowie zwei REDD-Projekte verifiziert.

Im Jahr 2010 hat die Rainforest Alliance verstärkt die Auswirkungen des Klimawandels thematisiert und zahlreiche Projekte initiiert oder begleitet, die Klimaveränderungen abmildern sollen. Sie hat 9 neue CO2-Projekte mit einer Fläche von fast 514.700 Hektar Land verifiziert oder überprüft. Somit konnte sie bislang 18 CO2-Projekt-Verifizierungen und -Überprüfungen abschließen. Das entspricht 1,28 Millionen Hektar Landfläche in 16 Ländern. Die Rainforest Alliance hat zudem 6 Bewertungen von Methoden zum „Forest Carbon Accounting“ durchgeführt. Dabei geht es um die systematische und transparente Ermittlung, wie viel Kohlenstoff  Bäume bzw. Wälder in ihrer Biomasse einlagern können.

2010 hat das „Training, Extension, Enterprises and Sourcing (TREES) Programm“ der Rainforest Alliance über 100 kleine und mittelgroße indigene forstwirtschaftliche Betriebe unterstützt. Erstmals wurden auch Projekte in Ghana und Kamerun sowie in acht Bundes­staaten Mexikos realisiert. Im „Rio Plátano Biosphärenreservat“ in Honduras haben forstwirt­schaftliche Kooperativen, unterstützt durch die Rainforest Alliance, zum ersten Mal eine forstwirtschaftliche Zertifizierungfür 14.900 Hektar Waldfläche erhalten. Weitere 197.500 Hektar sollen folgen. Durch das „GuateCarbon Pilot-Projekt“ in Guatemala – das ein Gebiet von fast 400.000 Hektar im „Maya-Biosphärenreservat“ umfasst – zeigt TREES in überzeu­gender Weise, wie verantwortungsvoll bewirtschafteteWälder den lokalen Gemeinden helfen, ihr Auskommen zu sichern.

Die Rainforest Alliance hat darüber hinaus aktualisierte Standards veröffentlicht, um die Legalität von nachhaltiger Nutzholzproduktion und Handel mit solchen Waren besser zu gewährleisten: „Verifizierung von legaler Herkunft“ und „Verifizierung von rechtlicher Übereinstimmung“.

Plus 53 Prozent bei Tee – Verdreifachung des Kakao-Volumens – plus 30 Prozent beim Rohkaffeeverkauf von Rainforest Alliance Certified™-Farmen

In der Landwirtschaft standen Rainforest Alliance Certified™-Farmen zum Jahreswechsel fürüber708.200 Hektar nachhaltig bewirtschaftete Landfläche.

Teevon Rainforest Alliance zertifizierten Farmen wird mittlerweile in elf Ländern angebaut. 2010 wurden mehr als 120.000 Tonnen Tee auf zertifizierten Flächen produziert. Das entspricht einem Zuwachs von 53 Prozent gegenüber 2009 und etwa 3,2 Prozent der gesamten weltweiten Teeproduktion.

Einen bedeutenden Erfolg 2010 markierte die Schulung von 200.000 Kleinbauern auf den SAN-Standard in Kenia, Ruanda und Malawi.

Ab 2015 wird Unilever den gesamten Tee für Lipton Teebeutelvon Plantagen beziehen, die von der Rainforest Alliance zertifiziert sind.Bereits 2010 kam der Tee für LiptonYellow Label und PG Tips in Westeuropa aus zertifiziert nachhaltigem Anbau. Auch die Verpflich­tung von Tetley, dem weltweit zweitgrößten Teeunternehmen, für Produkte der eigenen Marke bis 2016 allen Tee nur noch von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen zu beziehen, ist ein Meilenstein.

Annähernd 56.000 Tonnen Rainforest Alliance Certified™-Kakao wurden 2010 erzeugt. Das entspricht im Vergleich zum Vorjahr mehr als einer Verdreifachung des Produktions­volumens. In Großbritannien hat Mars seine Schokoladenmarke Galaxy mit dem grünen Frosch-Siegel eingeführt, und Tesco, die größte Supermarktkette in Großbritannien, hat Schokolade­riegel seiner Eigenmarke gelauncht, die zu 100 Prozent Kakao von zertifizierten Farmen enthalten. Unter anderem in Deutschland verkauft Kraft Foods „Côte d’Or“-Tafel­schoko­laden, die das Siegel „Rainforest Alliance Certified™“ tragen. Darüber hinaus führen ausgewählte „Magnum“-Eissorten von Unilever für ihren Kakaoanteil aus nachhaltiger Erzeugung das Siegel mit dem grünen Frosch. Weitere Sorten sollen folgen.

Weitere Erfolge in der Landwirtschaft sind die ersten Zertifizierungen von Zuckerrohr-Farmen in Brasilien und El Salvador und die Einführung eines neuen SAN-Standards für nachhaltige Rinderhaltung in den Tropen.

Wie bereits im März 2011 vermeldet, wurden im vergangenen Jahr rund 220.000 Tonnen Rohkaffee auf  Rainforest Alliance zertifizierten Farmen erzeugt. Das entspricht einer Steigerung von 30 Prozent gegenüber 2009. Kaffee von Rainforest Alliance Certified™- Farmen stellt geschätzte 2,5 Prozent des weltweiten Kaffeemarktes dar, und das Volumen des 2010 verkauften Kaffees mit dem grünen Frosch-Siegel stieg gegenüber dem Vorjahr um
31 Prozent auf 114.884 Tonnen.

2010 hatte sich Nestlé im Rahmen des „Nescafé Plan“ dazu verpflichtet, bis 2020 insgesamt 90.000 Tonnen Kaffee von Farmen zu beziehen, die den Sustainable Agriculture Network-Standard (SAN-Standard) erfüllen. Der SAN-Standard ist auch die verpflichtende Grundlage für alle Farmen, die das Siegel „Rainforest Alliance Certified™“ erhalten wollen. American Airlines serviert seit dem vergangenen Jahr 100 Prozent „Rainforest Alliance Certified™- zertifizierten Kaffee auf allen Flügen. Die führende Coffee-Shop-Kette „Costa Coffee“ in Großbritannien verpflich­tete sich zu einer hundert­prozen­tigen Umstellung ihrer beliebten „Mocha Italia“-Mischung. In der Schweiz enthält Kraft Foods‘ Kaffeemarke Jacobs„Médaille d’Or“ nur noch Bohnen, die zu 100 Prozent von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen stammen. In Japan tragen nun auch die etablierten Kaffeesorten der „Ueshima Coffee Co.“ das Siegel mit dem grünen Frosch, und an über 18.000 japanischen Getränke­automaten auf Bahnhöfen und an Autobahnraststätten gibt es Rainforest Alliance Certified™-Kaffee.

Im letzten Jahr haben sich zudem 768 Unternehmen neu registriert, um Erzeugnisse von Rainforest Alliance zertifizierten Farmen zu erwerben oder zu verkaufen, was einem Zuwachs von 24 Prozent gegenüber 2009 entspricht. Damit stieg die Zahl registrierter Unternehmen auf mehr als 2.400 Betriebe.

Globale Behörde für nachhaltigen Tourismus gemeinsam mit UN-Organisationen eingeführt

Für ihre Arbeit im Tourismus hat die Rainforest Alliance 2010 den„TIES Innovation Leadership Award“ erhalten, eine Anerkennung der innovativen Arbeit der Organisation zur Förderung des nachhaltigen Tourismus. Die Rainforest Alliance bietet Tourismus­unter­neh­men in den Tropen umfassende Schulungen für ökologisch, sozial und ökonomisch verantwortungs­­­volle Dienstleistungen, stellt technische Assistenz für neue Prozesse zur Verfügung und überprüft deren Einhaltung im Dienste der Nachhaltigkeit.

2010 hat die Rainforest Alliance zusammen mit der United Nations Foundation (UNF), dem United Nations Environmental Programme (UNEP) und der United Nations World Tourism Organization (UNWTO) den Global Sustainable Tourism Council eingeführt – eine Initiative um nachhaltigen Tourismus weltweit zu fördern.

Die Rainforest Alliance hat zudem eine Website für nachhaltigen Tourismus ins Leben gerufen, SustainableTrip.org. Sie hilft umweltbewussten Verbrauchern bei der Suche nach nachhaltig geführten Hotels, Lodges oder Veranstaltern in Lateinamerika und der Karibik. Derzeit arbeiten 590 touristische Anbieter mit dem „nachhaltigen Tourismusprogramm“ der Rainforest Alliance, 34 Prozent mehr als im Vorjahr (2009: 440 Unternehmen).

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