“Greening the Cocoa Industry” macht großen Sprung nach vorn

30. Januar 2013

Frankfurt/Main, San José (Costa Rica), im Januar 2013 – Das im März 2011 in Afrika, Asien und Lateinamerika für fünf Jahre geplante Entwicklungsprojekt „Greening the Cocoa Industry“ macht große Fortschritte und liegt vor allem in der Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste) weit vor dem Zeitplan, wie die unabhängige Umweltschutzorganisation Rainforest Alliance heute mitgeteilt hat.

360.000 Tonnen Kakao mit Rainforest Alliance Certified™-Siegel

Im Jahr 2012 wurden insgesamt bereits über 360.000 Tonnen Kakao gemäß Sustainable Agriculture Network-Standard (SAN-Standard für Nachhaltige Landwirtschaft) erzeugt. Das entspricht einer Volumensteigerung von 266 Prozent gegenüber dem Vorjahr (98.500 Tonnen). Damit ist das Ziel übertroffen, dem Weltmarkt bis Dezember 2016 jährlich 350.000 Tonnen Kakao aus nachhaltiger Landwirtschaft anzubieten.

586.000 Hektar Produktionsfläche für Kakao nachhaltig bewirtschaftet

Der Anteil der nachhaltig bewirtschafteten Anbaufläche wuchs im Vergleich zum Jahr 2011 (154.000 Hektar) auf knapp 586.000 Hektar und damit um 280 Prozent. Der durchschnittliche Hektar-Ertrag ist mit 614 Kilogramm zwar immer noch relativ gering, liegt aber dennoch deutlich über dem als weltweitem Durchschnitt definierten Ertrag von 450 Kilogramm pro Hektar.

160.000 Kakaobauern wirtschaften gemäß SAN-Standard

Im vergangenen Jahr wirkten über 160.000 Kakaobauern in acht Kernländern erfolgreich an „Greening the Cocoa Industry“ mit – 100.000 mehr als im Jahr 2011. Sie stellten ihre agrarische Praxis um von konventionellem Anbau auf nachhaltige Kakaoerzeugung und erfüllen die Richtlinien des SAN-Standards für Nachhaltige Landwirtschaft. Er ist Voraussetzung für die Vergabe des Siegels Rainforest Alliance Certified™.

Zudem wurden im vergangenen Jahr Farmer auch in Papua Neu-Guinea und Madagaskar trainiert.

Die Rainforest Alliance und ihre Partner werden weiterhin mit Farmern daran arbeiten, nachhaltige Anbaumethoden dauerhaft zu implementieren. Dabei geht es der Organisation weniger um das Erreichen kurzfristiger Mengensteigerungen. Vielmehr sollen solche guten agrarischen Praktiken angewendet werden, die zu langfristig stabil hoher Produktivität und hoher Qualität führen. Aus Sicht der Rainforest Alliance gelingt das nur, wenn die lokalen Ökosysteme geschützt und erhalten bleiben und davon auch die agrarische Gesundheit der Farmen profitiert. Dafür startet die Umweltschutzorganisation in diesem Jahr zusammen mit internationalen und nationalen Forschungseinrichtungen eine Reihe von Projekten. Ziel ist es, anhand verschiedener Anbauverfahren Erkenntnisse über mögliche Produktivitäts¬steigerungen zu gewinnen. Dazu soll auch der Abgleich von Bodenanalysen beitragen.

Der Erhalt der Artenvielfalt ist zentrales Anliegen von „Greening the Cocoa Industry“

„Greening the Cocoa Industry“ ist ein langfristig angelegtes Kakao-Entwicklungsprojekt des Umweltprogramms der Vereinten Nationen UNEP (United Nations Environment Programme) und der GEF (Global Environment Facility) in Zusammenarbeit mit der Rainforest Alliance. Dem Erhalt der Arten¬vielfalt kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, z. B. durch den Schutz wild lebender Tiere, Wiederaufforstung oder Pflanzung heimischer Baum- und Pflanzenarten oder die Reinhaltung der Gewässer. In diesem Kontext wird die Rainforest Alliance neue Projekte in Nachbarschaft zum einzigartigen Taï National Park (UNESCO Weltnaturerbe) in der Côte d’Ivoire starten, einem der letzten Gebiete mit intaktem tropischem Regenwald in Westafrika. Zu den Besonderheiten der Tierwelt dort gehören eine Reihe bedrohter Arten, darunter Waldelefanten und Schimpansen.

Übererfüllung einer Reihe von Kennziffern ist ein großer Erfolg

Ursprünglich war vorgesehen, dass bis Dezember 2016 insgesamt 10 Prozent der Weltkakao-produktion (350.000 Tonnen Kakao, angebaut von 250.000 Bauern auf 750.000 Hektar Farmland) auf nachhaltige Erzeugung umgestellt sind, was nachweislich zum Erhalt der Artenvielfalt in tropischen Ökosystemen beiträgt. Es soll zudem ein Verkaufsvolumen von 165.000 Tonnen Kakao erzielt werden, die von Rainforest-Alliance-zertifizierten Farmen stammen müssen.

Folgende zehn Kernländer auf drei Kontinenten wurden für das Projekt ausgewählt:

  • Afrika: Côte d’Ivoire, Ghana, Madagaskar, Nigeria
  • Asien: Indonesien, Papua Neu-Guinea
  • Lateinamerika: Brasilien, Dominikanische Republik, Ecuador, Peru

„Die Übererfüllung des Erntevolumens bereits zum jetzigen Zeitpunkt sowie das Erreichen der Planzahlen der zu involvierenden Bauern und der umzustellenden Produktionsflächen ist für alle Beteiligten – Bauern, Trainer und örtliche Kakaohändler – ein großer Erfolg“, so Eric Servat, der als Senior Manager für das Kakaoprogramm der Rainforest Alliance weltweit verantwortlich zeichnet. „Man muss bedenken, dass wir in der Côte d’Ivoire nach den Unruhen im Jahr 2011 erst im vergangenen Jahr (2012) unsere Arbeit vor Ort wieder erfolgreich fortsetzen konnten und dass die Lage in einigen zentralen Kakaoanbaugegenden der Côte d’Ivoire nach wie vor unsicher ist. Wir haben mit den Bauern in enger Zusammen-arbeit mit staatlichen Stellen und der privaten Wirtschaft vor Ort viel erreicht“, so Servat. Wichtig sei nun, dass das Projekt zunächst die bereits involvierten Bauern stärke, bevor es weiter in die Breite getragen würde. Zudem sei jetzt die Zeit reif, um umfassend Daten zu sammeln und auszuwerten, die Rückschlüsse auf die Nettoeffekte von Zertifizierung zuließen. Zudem böte sich die Möglichkeit zu weiterer Fokussierung auf Erzeuger¬gemein¬schaften, die schon jetzt ihre Leistungsfähigkeit lückenlos dokumentieren: „So können wir mit diesen Farmern in Ruhe daran arbeiten, die Produktivität auf den Farmen stabil zu entwickeln, konsequent die agrarische Gesundheit der Produktionsflächen fördern und den Wiederaufbau der Artenvielfalt vorantreiben“, sagt Servat. Denn nicht jedes Erntejahr sei gleich gut und, so Servat weiter, „die Mikrobedingungen in den Anbauregionen sind leider sehr volatil – auch weil Pflanzungen immer wieder von Krankheiten heimgesucht werden. Biodiversität ist deshalb ein wichtiger Verstärker für eine langfristig gesunde und ertragreiche Farm.“

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