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Rainforest Alliance und Nespresso lancieren die nächste Phase ihrer Zusammenarbeit

16. Juli 2013

Die Rainforest Alliance und Nespresso arbeiten seit einem Jahrzehnt zusammen, um Farmern dabei zu helfen, nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Kaffee zu produzieren. So können die Bauern ihre Existenz sichern und die natürlichen Ressourcen, von denen sie abhängen, nachhaltig schützen. Heute sind mehr als 56.000 Kaffeefarmer Teil des sogenannten „AAA-Programms“ von Nespresso und profitieren von stark gesteigerten Erträgen und großen Verbesserungen ihrer Kaffeequalität, während sie umfassende Maßnahmen für Nachhaltigkeit auf ihren Farmen anwenden.

Eine wachsende Anzahl von AAA-Bauern erfüllen die erforderlichen Kriterien und erlangen die Rainforest-Alliance-Zertifizierung. Eine kürzlich durchgeführte unabhängige Studie der kolumbianischen Organisation CRECE, bewertet die sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Fortschritte bei 1.000 Landwirten im AAA-Programm, einschließlich denen, die von der Rainforest Alliance zertifiziert sind. Laut Studie weisen die Landwirte im AAA-Programm ein Nettoeinkommen auf, das 87,4 Prozent höher ist als in der Kontrollgruppe. Gemäß dem mehrdimensionalen Index der Armut (Multidimensional Poverty Index) fallen 32 Prozent der Betriebe in der Kontrollgruppe unter die Kategorie „arm“ –  im Vergleich zu 18 Prozent der untersuchten AAA und Rainforest Alliance Farmen. Die Forscher untersuchten mehr als 50 Variablen während zwei Erntezeiten auf 1.000 AAA- und Rainforest-Alliance-Betriebe und 563 Kontroll-Betriebe, und setzten sie in Relation zu ökologischen, sozialen und ökonomischen Kennziffern. Sie stellten fest, dass 67 Prozent der AAA- und Rainforest-Alliance-Farmer von guten sozialen Bedingungen profitieren – und nur 53 Prozent in der Kontrollgruppe. Wirtschaftlich besser gestellt sind 59 Prozent der AAA- und Rainforest-Alliance-Farmen gegenüber 39 Prozent in der Kontrollgruppe.  Und 79 Prozent der AAA- und  Rainforest-Alliance-Farmen weisen einen bessere Umweltzustand aus - gegenüber 48 Prozent in der Kontrollgruppe.

Einige weitere Resultate: Nespresso-Bauern setzen mit einer sieben Mal höheren Wahrscheinlichkeit Abwasser-Behandlungsmaßnahmen um als die Kontrollgruppe. Und sie verwerten ihren Abfall mit einer um 50 Prozent höheren Quote als die lokalen Bauern, die nicht von der Rainforest Alliance geschult wurden. Sie wenden außerdem eher Bodenschutz Methoden auf ihren Farmen an als die Vergleichsgruppe. AAA-Bauern haben die Pilzerkrankung Kaffeerost besser unter Kontrolle, während die Vergleichsfarmen einen um 20 Prozent höheren Befall aufweisen.

Diese Ergebnisse erst möglich machten das umfassende Farm-Management-System, das vom Netzwerk für Nachhaltige Landwirtschaft (Sustainable Agriculture Network-SAN) und der Rainforest Alliance gemeinsam entwickelt wurde, und welches ergänzt wurde durch die Erfahrung in Qualitätssicherung und die agronomischen Kompetenz von Nespresso. Eine entscheidende Rolle spielten auch die großen Investitionen in die Weiterbildung der Bauern durch Nespresso und seinem Lieferanten, der Colombian Coffee Growers Association, sowie durch die lokalen Partner der Rainforest Alliance, wie der  Fundacion Natura in Kolumbien. Und: Der ausgezeichnete Preis, der von Nespresso für die hohe Qualität des produzierten Kaffees bezahlt wird, war zwar grundlegend für den Erfolg, entscheidend aber war die Begeisterung der Bauern selbst, ihre Praktiken zu verbessern und ihre Zukunft nachhaltig zu sichern.

Der Kaffee für Nespresso wird in der Regel von Kleinbauern mit sehr geringem Einkommen angebaut, die oft mit niedriger Produktivität und geringer Qualität zu kämpfen haben. Diese Bauern leben in Regionen mit großer Biodiversität und in einigen der am meisten gefährdeten Ökosystemen auf der Erde, wo Wasser, Boden und Tierwelt u.a. durch schädigende Landwirtschaftspraxis bedroht werden. Darum ist die Bewältigung der ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen in den Kaffeeanbaugebieten entscheidend für die Zukunft.

Tensie Whelan, Präsidentin der Rainforest Alliance, kommentiert anlässlich ihrer Begegnung mit einigen kolumbianischen Kaffeebauern, die Teil des AAA-Programms sind: „Ein junger Farmer erzählte mir, dass die meisten seiner Freunde in die Städte ausgewandert sind, weil der Kaffeeanbau als altmodisch gilt. Aber dieser Farmer sagte auch, dass er es als das Ergebnis unserer gemeinsamen Arbeit ansieht, dass er mit seiner Farm das Welterbe schütze, dauerhafte Arbeitsplätze schaffe und ein sozialer Unternehmer sei. Und er sei überzeugt, dass er einige seiner Freunde mit dieser Botschaft zurückbringen könne."

Der Erfolg des AAA-Programms zeigt die Bedeutung eines ganzheitlichen Ansatzes der Betriebsführung. Soziale, ökologische und wirtschaftliche Fragestellungen hängen eng zusammen. Und so müssen auch Lösungen alle diese Aspekte berücksichtigen. Es ist genau diese Integration, die das Wesen und die wahre Bedeutung der nachhaltigen Landwirtschaft ausmachen. Gemeinsam haben die Rainforest Alliance, Nespresso und die Landwirte einen langen Weg zurückgelegt. Aber das AAA-Programm will noch viel mehr leisten, zum Beispiel: die Expansion nach Afrika und das Experimentieren mit neuen Techniken des Gewässerschutzes. Außerdem wollen alle Beteiligten mehr von den Zusammenhängen zwischen gesunden Ökosystemen und einem Wirtschaftswachstum verstehen, bei dem nicht die Umwelt die Kosten trägt.

Heute wurde in Paris die Partnerschaft mit dem Pur Projet bekannt gegeben, zusammen sollen einige dieser Herausforderungen angegangen werden: Pur Projet  führt umfangreiche Pflanzungen von einheimischen Bäumen in den Kaffee-Regionen durch und entwickelt die Agroforstwirtschaft weiter, so dass die Landwirte ihr Einkommen diversifizieren und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel aufbauen können.

Dank diesen Partnerschaften können Nespresso Kunden auf der ganzen Welt ihren Kaffee in dem Bewusstsein genießen, dass sie die Bauern bei der Verbesserung ihres Lebensstandards unterstützen und dabei helfen, einzigartige tropische Landschaften zu schützen.

Wir freuen uns auf die nächsten 10 Jahre, in denen wir das Programm auf mehr Farmer erweitern werden und Programmbausteine hinzufügen, die helfen, den Klimawandel abzumildern und Wasser zu sparen. Wir werden wieder neue Wege gehen, um die Erzeuger darin zu unterstützen, ihre Lebensumstände zu verbessern und die Umwelt zu schützen. Und um die Verbraucher mit hochwertigem, nachhaltig produziertem Kaffee zu versorgen.

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