Das Siegel mit dem grünen Frosch garantiert durchgehende Kontrolle vom Produzenten zum Konsumenten

12. September 2012

Wer beim Kauf landwirtschaftlich erzeugter Produkte ökologische und soziale Belange gewahrt sehen möchte, vertraut auf den nachhaltigen Anbau und ein entsprechendes Siegel. Dass die mit einem Siegel verbundenen Aussagen über den umweltschonenden, sozial gerechten und wirtschaftlich nachhaltigen Anbau ein hohes Maß an Mindestanforderungen erfüllen, darüber wacht die international anerkannte Dachorganisation für Nachhaltigkeitsstandards ISEAL Alliance (International Social and Environmental Accreditation and Labelling Alliance). Dennoch unterscheiden sich die Siegel im Detail, und ein genauer Blick lohnt. So garantiert das Siegel mit dem grünen Frosch, „Rainforest Alliance Certified™“, dass die von der oder den nachhaltig erzeugenden Farmen bezogenen Rohstoffe wie Kaffee, Kakao, Tee oder Früchte tatsächlich auch in dem das Siegel führenden Produkt enthalten sind.

„Das ist keine Selbstverständlichkeit“, erläutert Marcel Clement, als Senior Manager Europe Sustainable Value Chains zuständig für nachhaltige Wertschöpfungs- und Lieferketten bei der Rainforest Alliance: „Einige Siegel lassen von vornherein die Möglichkeit der sogenannten Massebilanz zu.“ Dieses Verfahren erlaubt es den Herstellern, ein Siegel auch dann auf einem Produkt zu führen, wenn die nachhaltig angebauten Rohstoffe darin gar nicht oder nur in geringer Menge enthalten sind. Wesentlich ist bei der Massebilanz laut Clement nur, dass entsprechende Mengenäquivalente zertifizierten Ursprungs innerhalb der Beschaffungskette verbucht werden konnten. „Es handelt sich um eine rein buchhalterische Verrechnung. Nicht um eine Garantie, dass ich als Käufer beispielsweise einer Tafel dunkler Schokolade oder einer Packung Bohnenkaffee tatsächlich den nachhaltig angebauten Kakao oder die Kaffeebohnen erhalte, für die das Siegel auf der Packung steht.“

Für das Siegel Rainforest Alliance Certified™ verbietet sich ein solches Vorgehen. Die Rainforest Alliance und ihre Partner im Sustainable Agriculture Network (SAN) – Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft – fordern deshalb von den Unternehmen die Segregation (das getrennt Halten) von Rohstoffen konsequent bis ins verkaufsfertige Produkt. Einzige Ausnahme, und auch diese nur für eine zeitlich befristete Übergangszeit, bildet Kakao bzw. Flüssigschokolade. Hier ist unter definierten Voraussetzungen ein sogenanntes kontrolliertes Mischen möglich. Dies begrenzt sich auf den letzten Produktionsschritt innerhalb eines Werks und muss durch fertigungstechnische Prozesse in diesem Werk begründet sein. Auch in diesem Fall sind die Regularien der Rainforest Alliance und des SAN strikt: Dem produzie­renden Unternehmen ist untersagt zu behaupten, das Siegel führende Produkt enthalte nachhaltig erzeugten Kakao. Stattdessen hat ein erläuternder Text darüber aufzuklären, dass es sich hier um einen bloßen Beschaffungsvorgang handelt. „Der Ansporn ist gegeben, nun mehr zu tun“, resümiert Clement. „Unser Siegel bürgt für ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit und Transparenz. Das sollten die Verbraucher generell weitaus mehr einfordern. Denn das würde auch den Farmern zu Gute kommen.“