Waldkohlenstoffprojekt der Paiter Suruí in Brasilien verifiziert

4. Juni 2012

Die Paiter Suruí im brasilianischen Amazonasgebiet sind die erste indigene Stammesgruppe, die für ein Klimaschutzprojekt nach internationalem Standard verifiziert wurde. Die Validierung erfolgte auf Basis von gleich zwei auf dem weltweiten Markt für Kohlenstoffzertifikate anerkannten Standards, deren Intention neben der Gewähr des ökologischen Wertes die Prosperität der lokalen Gemeinde ist. Validiert wurde das Waldkohlenstoffprojekt der Paiter Suruí von der Rainforest Alliance und ihrer Partnerorganisation in Brasilien, Imaflora. Zugrunde gelegte Standards sind der Climate, Community und Biodiversity (CCB) Alliance Standard (Version 2, Gold Level Standard) und der Verified Carbon Standard (VCS).

Indem Gemeinschaften wie die Paiter Suruí einen wirtschaftlichen Nutzen daraus erzielen, ihre Waldvorkommen zu erhalten, tragen Klimaschutzprojekte dazu bei, die Ziele des ersten Erdgipfels 1992 in Rio de Janeiro umzusetzen. Zugang zum internationalen Markt für Kohlenstoffzertifikate verschafft den Paiter Suruí, dass sie die ihnen gehörender großen Gebiete tropischen Regenwaldes erhalten und nicht wie sonst üblich abholzen.

“Die Validierung des Suruí Waldkohlenstoffprojekts beweist, dass auch indigene Gruppen ein solches nationalen und internationalen Anforderungen entsprechendes Projekt in eigener Initiative entwickeln können. Und dies bei gleichzeitiger Berücksichtigung dessen, was indigenen Gruppen besonders wichtig ist: die freie, vorherige und informierte Entscheidung“, sagt Mauricio Voivodic, Vorsitzender von Imaflora, der das Projekt als beispielgebend für andere indigene Gruppen wertet.

Das Surui Waldkohlenstoffprojekt umfasst eine Fläche von 32.000 Hektar und befindet sich im Gebiet Sete de Setembro Indigenous Territory (TISS) im brasilianischen Amazonas. Hier herrscht ein immenser Druck auf die noch vorhandenen Waldflächen, da sie zunehmend für die Gewinnung von landwirtschaftlicher Anbaufläche gerodet werden. Mehr als 2,4 Millionen Hektar Land fielen dem zwischen 2000 und 2009 bereits zum Opfer. Über die nächsten 30 Jahre sollen durch das Projekt rund 13.600 Hektar tropischer Wald erhalten bleiben und Emissionen im Umfang von 7,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent ausgleichen – und dies auch unter Bewahrung des Lebensstils und der Traditionen der Paiter Suruí.

“Die Paiter Suruí haben ihr Projekt auf eigene Entscheidung an REDD+ (Reduce Emissions from Deforestation and Forest Degradation – Reduzierung von Emissionen aus Entwaldung und zerstörerischer Waldnutzung) und somit höchsten Standards ausgerichtet”, wertet Jeff Hayward, Leiter des Klimaprogramms bei der Rainforest Alliance, die auch für andere Naturvölker beispielgebende Initiative.

Der Verified Carbon Standard (VCS) ist der führende Standard für den internationalen Markt freiwilliger Kohlenstoffzertifikate, während der projektbezogene Climate, Community Biodiversity Standard (CCB) sicherstellt, dass die validierten Projekte auch der lokalen Gemeinde Nutzen bringen und den Schutz der Artenvielfalt fördern.