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TCC Tee-Barometer 2010 -- Rainforest Alliance mit Bestnoten

2. Juni 2010

Bei einem Vergleich von fünf Siegeln für nachhaltigen Teeanbau erreichte die Rainforest Alliance jetzt als einzige die höchste Wertung sowohl für arbeitsrechtliche Standards in Übereinstimmung mit den ILO-Kernkriterien und -empfehlungen als auch für ihre Umweltschutzanforderungen. Begutachtet wurde dies durch die Tropical Commodity Coalition (TCC). Die TCC ist ein Zusammen­schluss von zehn Nicht-Regierungsorganisationen, darunter Oxfam, Solidaridad und Fairfood, und zwei Gewerkschaften, mit Sitz in den Niederlanden. Die TCC setzt sich für nachhaltigen Anbau und Vertrieb von Kaffee, Tee und Kakao ein. In Zusammenarbeit mit anderen NGOs und Einflussgruppen versucht die TCC die soziale, ökologische und wirtschaftliche Situation in den Erzeugerländern zu verbessern.

Für das TCC Tea Barometer 2010, das einen Überblick über die jüngsten Entwicklungen auf dem Markt mit Fokus auf die nachhaltige Erzeugung von Tee präsentiert, wurden die Nachhaltigkeitssiegel anhand der TCC-Richtlinien in insgesamt acht Kategorien bewertet.
Die Rainforest Alliance konnte fünf Mal die bestmögliche Beurteilung erreichen. Zwei der wichtigsten TCC-Richtlinien sind zweifellos die Einhaltung der fundamentalen ILO-Kernkriterien und -empfehlungen und der nationalen Gesetzgebung, um etwa Zwangs- oder Kinderarbeit und Diskriminierung zu verhindern, und die Durchsetzung von Umweltschutz­maßnahmen, mit deren Hilfe der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln, die Abholzung und Bodenerosion in den Teeanbaugebieten eingedämmt werden sollen. Die größtmögliche Übereinstimmung bei diesen beiden TCC-Richtlinien fand sich im Zertifizierungsprogramm Rainforest Alliance Certified™. Außerdem konnte sich die NGO bei der Implementierung und kontinuierlichen Verbesserung ihrer Programme, ihrer Kontrollmechanismen durch unabhängige Drittparteien, ihrer fairen Handelspraktiken und Markttransparenz – auch und vor allem für die Lieferanten – und ihrer Verbraucherinformation profilieren.

Was beim Kaffee begonnen hat, setzt sich nun beim Tee fort: Von den rund 3,6 Millionen Tonnen des weltweit produzierten Tees im Jahr 2009 trugen 105 000 Tonnen das Siegel Rainforest Alliance CertifiedTM, damit ist die Umweltschutzorganisation Auditor der größten Menge an nachhaltig angebautem Tee.  Im diesem Jahr wird die Menge voraussichtlich auf 227 000 Tonnen mehr als verdoppelt, und im Jahr 2011 soll der Teeertrag noch einmal auf über 350 000 Tonnen gesteigert werden. Die drei größten Markenunternehmen, Unilever, Tata Tea und Twinings, haben sich für Tee von Rainforest Alliance-zertifizierten Farmen entschieden.

Laut TCC sind China, Indien, Kenia und Sri Lanka die größten Teeproduzenten, und China und Indien sind gleichzeitig auch die größten Abnehmer von Tee. Im Unterschied zu Kaffee oder Kakao sind die wichtigsten Märkte für Tee nicht Nordamerika, Westeuropa und Japan. Über 50 Prozent des globalen Teeexports gehen in den Mittleren Osten, nach Nordafrika und in die Länder der ehemaligen Sowjetunion. Der westeuropäische Markt macht nur 6 Prozent des weltweiten Teekonsums aus. Diese Verteilung hat weitreichende Folgen für die Nachhaltigkeitsarbeit: Im wohlhabenden Westen sind das Bewusstsein und die Nachfrage nach verantwortlich gehandeltem und nachhaltig angebautem Tee wesentlich ausgeprägter. Bisher gibt es keine globalen Regierungsinitiativen, um die Situation der Teebauern nachhaltig zu verbessern.

Gerade einmal 5 Prozent des in Deutschland erhältlichen Tees sind aus zertifiziert nachhaltigem Anbau – zum Vergleich: in Großbritannien sind es 32 Prozent, in den Niederlanden 25 Prozent. In Großbritannien, dem größten Teemarkt Europas, haben die führenden Anbieter sich selbst verpflichtet, bis spätestens 2015 nur noch Tee mit dem Siegel Rainforest Alliance CertifiedTM zu vertreiben. Auch zahlreiche Handelsketten sind im Begriff, ihre Eigenmarken und ihr weiteres Angebot auf Tee aus nachhaltigem Anbau umzustellen. Deutschland, Europas größter Markt für Lebensmittel aus biologischem Anbau und zweit­größter Markt für Tee, hat auf diesem Gebiet einigen Nachholbedarf. Tee aus sozial und ökologisch verantwortlichem Anbau gibt es nur in geringen Mengen. Bisher hat sich noch keiner der in Deutschland führenden Teeanbieter selbst verpflichtet. Und auch keine Handelskette ist bereit, komplett auf nachhaltig erzeugten Tee zu setzen. 

Über die TCC:

Die Tropical Commodity Coalition ist ein Zusammenschluss von zehn Nicht-Regierungs-Organisationen (Hivos, Oxfam Novib, Solidaridad, Oikos, Somo, Fairfood, India Committee oft the Netherlands, Both Ends, Goede Waar&Co, Stop the Traffik) und zwei Gewerkschaften (FNV Bondgenoten und CNV Bedrijven Bond). Sie arbeitet mit NGOs und Gewerkschaften in Kaffee-, Tee- und Kakao produzierenden Ländern zusammen, um die soziale, ökologische und wirtschaftliche Situation am Beginn der Wertschöpfungskette zu verbessern. Die TCC richtet sich mit ihrer Arbeit sowohl an die Länder des Südens als auch an die des Nordens. Sie koordiniert die Aktivitäten ihrer Mitglieder, fasst Erkenntnisse zusammen und regt zum Austausch von Strategien an, um Verständnis für Nachhaltigkeit zu erreichen. Die TCC teilt ihr Wissen und versucht Einfluss auszuüben: auf Politik, Wirtschaft, Gremien, CSR-Initiativen, Regierungen, NGOs und Vereine, die sich für die Entwicklung und Implementierung von nachhaltigen Methoden beim Tee-, Kaffee-, und Kakaoanbau und -handel einsetzen. So soll ein Umfeld geschaffen werden, das die zivilgesellschaftlichen Stakeholder der produzierenden Länder ermutigt, einen aktiven Part in der Nachhaltigkeitsdebatte zu einzunehmen.

Weitere Informationen: www.teacoffeecocoa.org 

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