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Nachhaltiger Tourismus in Lateinamerika – durchweg ein Gewinn

25. September 2009

Arbeitnehmer, die sich mit ihrem Arbeitsplatz identifizieren und sich dort wohlfühlen. Touristen, die gerne wiederkommen, weil sie mit dem Gefühl abreisen, ihre Ferien verantwortungsbewusst verbracht zu haben. Und Tourismusunternehmer, die in nachhaltige Managementstrategien investieren und dadurch sogar Kosten sparen – Was wie eine Utopie klingt, ist greifbare Realität in Lateinamerika.

Im Rahmen des Welttourismus-Tages am 27. September 2009 legt die internationale Umweltschutzorganisation Rainforest Alliance die Studie „Kosten-Nutzen-Analyse der Einführung guter Managementpraktiken in Tourismusunternehmen" vor. Erhoben wurden dafür Daten und Geschäftsprozesse von 14 Touristikunternehmen in Guatemala, Belice, Nicaragua, Costa Rica und Ecuador. Die Auswertungen zeigen ein für alle Beteiligten positives Ergebnis.

Die Unternehmen, die sich dem Programm für nachhaltigen Tourismus der Rainforest Alliance angeschlossen haben, profitierten eindeutig von der Einführung der sozial verantwortungsbewusste und umweltverträgliche Managementpraktiken fordernden Standards.

Zum Beispiel nehmen alle befragten Unternehmen vor Ort ansässige kleine und mittelständische Unternehmen (spanisch: Mipymes) unter Vertrag, um Waren und Dienstleistungen zu beziehen. Dabei beschäftigt ein Tourismusunternehmen durchschnittlich 20 Mipymes. 64 Prozent der Befragten erklären, dass allein dies für das Hotel Gewinne durch Kosteneinsparung erbringt. Und umgekehrt erhalten Mipymes die Chance auf neue Aufträge.

79 Prozent der Befragten bestätigen, dass das wirtschaftliche Sicherheitsgefühl in der Gemeinde ebenso wächst wie das Ansehen des Hotels in der Region.

Die Untersuchung zeigt auch, dass die Hotelbetriebe ihre Betriebskosten etwa durch Einsparungen beim Energie- und Wasserverbrauch, den Einkauf unverpackter Produkte und Recycling bzw. Kompostierung von Abfall reduzieren können. So gaben fast drei Viertel der Unternehmer (71 Prozent) an, ihren Wasserverbrauch verringert zu haben, was ihnen eine durchschnittliche Einsparung von mehr als 2.700 US-Dollar jährlich ermöglichte.

Monkeys

„Alle Hotels sind der Ansicht, dass sich ihre touristische Attraktivität und die Qualität des Reiseziels verbessert haben. Der Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt und dem Schutz der Naturgebiete wirkt sich positiv auf ihre Wettbewerbssituation aus, weil er das touristische Reiseziel aufwertet", bemerkt Silvia Rioja, technische Leiterin der Rainforest Alliance. Die Maßnahmen zur Umwelterziehung hätten in 93 Prozent der Fälle bei den Mitarbeitern der Unternehmen und bei den Touristen zu einem verantwortungsbewussteren umweltorientierten Verhalten geführt.

Im Ergebnis beschreibt die Studie auch eine Reihe von Maßnahmen, die zur Motivationssteigerung der Angestellten beitrugen, was eine geringere Personalfluktuation zur Folge hatte. Ebenso wurden Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz umgesetzt. Laut Rioja erhalten die meisten Hotels, die ihre Produkte oder Dienstleistungen von nachhaltig handelnden Lieferanten beziehen, auch bessere Qualität.

Die Rainforest Alliance fördert seit 10 Jahren weltweit nachhaltige Managementpraktiken im Tourismus. Bereits 320 Hotels, 127 Reiseveranstalter und 43 Tourismusorganisationen führen das Emblem der Umweltschutzorganisation, weil sie gute soziale und umweltorientierte Praktiken anwenden. Und ihre Zahl nimmt jährlich in beträchtlichem Maße zu.

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