Kaffee -- von der Rainforest Alliance als Nachhaltig Angebaut Zertifiziert

Lesen Sie mehr über unser Programm zur nachhaltigen Landwirtschaft unter (nur in Englisch verfügbar).

In den Tropen sind mehr als 25 Millionen Menschen auf den Anbau von Kaffee angewiesen. Dieses Gewächs bildet das wirtschaftliche Rückgrat vieler Länder und belegt unter den weltweit meistgehandelten Gütern den zweiten Platz, lediglich übertroffen von Erdöl. Vor einem Jahrzehnt bewiesen die Rainforest Alliance und deren Partnergruppen im Sustainable Agriculture Network (SAN), dass traditionelle, bewaldete Kaffeeplantagen einen Segen für wildlebende Tiere darstellen. Durch den Kauf von mit dem Rainforest Alliance Certified-Gütesiegel ausgezeichnetem Kaffee können heutzutage Kaffeeliebhaber auf der ganzen Welt Kaffeeplantagen unterstützen, die dem Erhalt solcher Rückzugsgebiete im Regenwald dienen.

Rainforest Alliance Certified Kaffee wird auf Plantagen angebaut, auf denen Wälder, Gewässer, Boden und Wildtiere geschützt werden. Die Arbeiter auf diesen Plantagen werden mit Respekt behandelt, gerecht bezahlt, erhalten angemessene Ausrüstung und Zugang zu Bildung sowie medizinischer Versorgung. Das Rainforest Alliance Certified-Label garantiert, dass die Plantagen die erforderlichen Anforderungen auf dem Gebiet der Sozial und Umweltstandards erfüllen und wirklich zukunftsfähig sind. Dies wird von erfahrenen Inspektoren untersucht und bestätigt.

Das Zertifizierungsprogramm wird vom Sustainable Agriculture Network (SAN), dem Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft, verwaltet. Hierbei handelt es sich um einen Zusammenschluss führender Naturschutzgruppen aus Belize, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko und den Vereinigten Staaten. In 19 Ländern wurden bereits tausende Plantagen und Genossenschaften zertifiziert, wovon auch zehntausende Landwirte und Arbeiter profitieren. Darüber hinaus wurde erreicht, dass rund 501.472 Hektar Kaffeeplantagen in den Tropen mit dem Ziel verwaltet werden, natürliche Ressourcen und wildlebende Tiere zu erhalten. Das SAN arbeitet auch mit Bananenproduzenten zusammen. Etwa 15 Prozent aller auf dem internationalen Markt gehandelten Bananen stammen von Plantagen, die das Label Rainforest Alliance Certified tragen.

Woman Holding Coffee Cherries

Mit weltweit steigendem Interesse an ökologischer und sozial verantwortungsvoller Landwirtschaft wächst auch die Nachfrage nach zertifiziertem Kaffee. Auf Kaffee spezialisierte Unternehmen sind mutig vorangeschritten, und nun wird die nachhaltige Erzeugung zunehmend auch von "normalen" Kaffeeröstereien und Supermärkten unterstützt.

Unterstützung für Landwirte und landwirtschaftliche Arbeitskräfte

Die Zertifizierung nach den Richtlinien der Rainforest Alliance lässt Landwirte die Launen des globalen Marktes leichter verkraften, da sie ihnen Möglichkeiten zu einem verbesserten Management, bessere Verhandlungsgrundlagen und den Zugang zu erstklassigen Märkten bietet. Durch die Umsetzung des landwirtschaftlichen Managementsystems des SAN erhalten Landwirte einen besseren Überblick über ihre Kosten, können effizienter arbeiten und die Qualität der Ernte verbessern.

Kaffeeanbau und Artenreichtum gehen Hand in Hand

Über einen Zeitraum von mehr als 150 Jahren wurde Kaffee fast ausschließlich unter dem Blätterdach natürlich gewachsener Bäume des Regenwalds angebaut. In den siebziger Jahren begannen Agrarwissenschaftler damit, ein neues landwirtschaftliches System anzupreisen, im Zuge dessen die schützenden Wälder gerodet und Kaffeebüsche in dichten Hecken und mit Agrochemikalien behandelt angebaut werden sollten. Solche Monokulturen werfen zwar mehr Bohnen ab, die Natur zahlt dafür aber einen unglaublich hohen Preis. Das traditionelle Feld-Waldbau-System dient gleichzeitig als Lebensraum für wild lebende Tiere. Die neuen Monokulturen hingegen bieten wenig Raum zum Leben, beschleunigen die Bodenerosion und verunreinigen die Gewässer.

Biologen des SAN haben nachgewiesen, dass zertifizierte, bewaldete Kaffeeplantagen als mit Leben gefüllte Pufferzonen für Naturparks fungieren können. Auch für den Schutz von Wasserläufen und als "Korridor" für wild lebende Tiere sind sie durchaus geeignet. Diese "Kaffeewälder" dienen auch der Beschaffung von Feuerholz, Baumaterial, Heilpflanzen, Obst, Blumen, Honig und anderen Gütern. Viele landwirtschaftliche Betriebe des Zertifizierungsprogramms schützen die natürlichen Regenwälder und die Wasserversorgung ihrer Gemeinschaft. Von den Landwirten in unbewaldeten Ökosystemen, wie beispielsweise der Cerrado in Brasilien, wird erwartet, dass sie die natürliche Umwelt bewahren.

Die Artenvielfalt auf einer Kaffeeplantage kann einem schon einmal den Atem verschlagen. In El Salvador finden sich auf dem Grund einer zertifizierten Genossenschaft mehr als 100 verschiedene Baumarten. Biologen des SAN haben bereits dutzende Arten seltener Vögel, Wildkatzen wie z. B. Ozeloten, postkartengroße Schmetterlinge, bunte Frösche, seltene Orchideen, Affen und einen vom Aussterben bedrohten Ameisenbär erspäht. Die Zertifizierung ist eine Möglichkeit, sicherzustellen, dass sich Kaffeeplantagen und der Schutz des Lebensraums wild lebender Tiere sowie weitere Umweltaspekte miteinander vereinbaren lassen.

Rettet den "Kaffeepark"

Forest

Wie viel des tropischen Regenwaldes kann in den Kaffeeanbaugebieten erhalten werden?

Kaffee wird weltweit auf einer Fläche von ca. 12 Millionen Hektar angebaut, ein Gebiet, das größer als Portugal ist und ungefähr die Größe von England hat. Viele dieser Plantagen befinden sich in Gebieten, die als höchst schützenswert gelten. Unser Ziel ist es, Landwirten wirtschaftliche Anreize zu bieten, um auf ihrem Grund den Lebensraum wild lebender Tiere zu schützen, Ökosysteme wieder herzustellen und, wo möglich, eine Wiederaufforstung in Gang zu setzen.

Es gibt nur Gewinner

Die Zertifizierung lenkt und belohnt die kontinuierliche Optimierung der Plantagen, verbindet nachhaltiges Management mit der Erzeugung hochwertigen Kaffees und führt verantwortungsvolle Hersteller und Händler mit verantwortungsvollen Verbrauchern und höherwertigen Märkten zusammen. Der Genuss einer Tasse zertifizierten Kaffees kann die Lebensumstände von Familien verbessern, die auf den Plantagen wohnen und arbeiten, sowie dazu beitragen, tropische Ökosysteme zu bewahren: eine der seltenen Gelegenheiten, bei denen es keine Verlierer gibt.

"Wachsende" Nachhaltigkeit

Bereits vor 15 Jahren strengten die Rainforest Alliance und ihre angeschlossenen nichtstaatlichen Organisationen innerhalb des Sustainable Agriculture Network Gespräche über nachhaltige Anbaumethoden mit den Landwirten an. Ihre Biologen wiesen nach, dass traditionelle, bewaldete Kaffeeplantagen auch als Rückzugsgebiete für wild lebende Tiere fungieren. Sie entwickelten Managementrichtlinien für Plantagen unter der Voraussetzung, dass sowohl die Landwirte als auch die Arbeiter und die Natur mit ihren wild lebenden Tiere davon profitieren.

Der Kaffeeanbau hat eine lange und großartige Tradition, die tief in den Kulturen, Volkswirtschaften und in der Politik der meisten Erzeugerländer verwurzelt ist. Millionen Familien sind seit Generationen auf den Anbau von Kaffee angewiesen. Kaffeeanbau ist jedoch, wie jeder andere Zweig in der Landwirtschaft, ein riskantes Geschäft. Kaffeeanbauer sehen sich schwierigen Herausforderungen gegenüber: Überangebot und niedrige Preise, schlechtes Wetter, Schädlingsbefall und Krankheiten, steigende Kosten und manchmal auch wenig hilfreiche Regierungspolitik.

Boys

Der Anbau von Kaffee ist eng mit Tradition, Leidenschaft und Stolz verwoben. In das Rainforest Alliance-Programm für nachhaltig angebauten Kaffee eingebundene Erzeuger sind bestrebt, dieser Mischung noch Rentabilität sowie Umweltschutz und Sozialverantwortlichkeit hinzuzufügen.

Der in den siebziger Jahren begonnene Trend hin zum "modernisierten" Kaffeeanbau erhöhte die Nachfrage und bedeutete gleichzeitig die Abkehr von den traditionellen, umweltverträglichen Anbaumethoden. Die neuen Methoden führten zu einer weiteren Übersättigung des Marktes und verwandelten die Kaffeeplantagen von ehemals autarken Lebensräumen in leblose und triste Monokulturen. Die wild lebenden Tiere verschwanden, die Bodenerosion nahm stark zu, Wasserläufe waren von Schlamm und Agrochemikalien verunreinigt.

Viele Landwirte versuchten, den Balanceakt zwischen den Traditionen, die sie von ihren Großvätern gelernt hatten, und den neuen, hochproduktiven, kosten- und nutzenintensiven Methoden der Agrarwissenschaftler zu meistern. Die Rainforest Alliance und ihre Partner arbeiten seit Jahren mit diesen fortschrittlichen Landwirten, Wissenschaftlern, Agrarwissenschaftlern, Umweltschützern und anderen zusammen, um Richtlinien für das Plantagenmanagement zu entwickeln, die die umweltverträglichen Traditionen erhalten und gleichzeitig ein besseres Verständnis für die soziale Verantwortung sowie wirtschaftliche Nachhaltigkeit gewährleisten.

Nachhaltige Verantwortung

Die komplexen Veränderungen, denen sich Kaffeeerzeuger heutzutage gegenüber sehen, erfordern eine gemeinschaftliche Antwort. Die Rainforest Alliance bietet eine positive, technisch fundierte und marktgerechte Lösung: Die Zertifizierung von nachhaltiger Erzeugung. Diese beinhaltet:

  • Die Entwicklung von Richtlinien für nachhaltiges Plantagenmanagement mithilfe von Anregungen seitens der Landwirte, Wissenschaftler, Experten der Industrie und anderen.
  • Die Unterstützung von Landwirten bei deren Bestrebungen, Umwelt und Sozialstandards einzuhalten und gleichzeitig Qualität und Produktion zu steigern.
  • Ausbildung von Spezialisten vor Ort, die Betriebe bezüglich der Einhaltung der Standards prüfen und jene zertifizieren, die die Anforderungen erfüllen.
  • Vergabe des Rainforest Alliance Certified-Gütesiegels mit dem grünen Frosch für Kaffee von besonders herausragenden Betrieben. Für den Erzeuger bedeutet dieses eine Verbesserung seiner Marktposition. Dem Verbraucher bietet es die Möglichkeit, die nachhaltige Landwirtschaft bewusst zu unterstützen.

Änderungen garantiert

Die Rainforest Alliance zertifiziert zurzeit Kaffeeplantagen in Mexiko, Zentralamerika, Brasilien, Kolumbien und Peru über ihre Partner im Sustainable Agriculture Network. In den USA, in Kanada, Europa, Japan und Australien wächst der Markt für nachhaltig angebauten und nach den Richtlinien der Rainforest Alliance zertifizierten Kaffee stetig. Das Setzen von Standards, die Bewertung von landwirtschaftlichen Betrieben, die Vergabe des Gütesiegels und die Entwicklung von Marktbeziehungen sind die integralen Bestandteile eines umfassenden Programms, die durch den Zertifizierungsprozess zusammengeführt werden. Die Zertifizierung ist das optimale Werkzeug, um:

  • Kontinuierliche Optimierungen der landwirtschaftlichen Betriebe zu belohnen und zu lenken.
  • Veränderungen zu überwachen, zu dokumentieren und zu garantieren.
  • Nachhaltiges Plantagenmanagement mit der Erzeugung hochwertigen Kaffees zu verknüpfen.
  • Verantwortungsvolle Erzeuger und Händler mit verantwortungsvollen Verbrauchern und erstklassigen Märkten zusammenzuführen.

Viele Vorteile dank der Zertifizierung nachhaltig angebauten Kaffees

Für die Umwelt:

Bird

  • Besondere Anstrengungen zum Erhalt wild lebender und vom Aussterben bedrohter Tiere.
  • Einbindung von landwirtschaftlichen Betrieben und Farmern in Maßnahmen zum Erhalt und Schutz der Natur.
  • Umweltmanagement.
  • Bodenschutz.
  • Schutz von Gewässern und bewusste Wassernutzung.
  • Beschränkung und Kontrolle des Einsatzes von Agrochemikalien.
  • Müllentsorgung.
  • Vorkehrungen und Schutz vor Überflutungen, Erdrutschen und extremen Wetterereignissen.

Auf sozialem Gebiet:

  • Verbesserte Arbeitsbedingungen, respektvolle Behandlung und gerechte Löhne für die Arbeiter.
  • Aufklärung der Arbeiter über ihre Rechte.
  • Gemeinschaftliche Produktion, Verarbeitung und Vermarktung.
  • Zertifizierung der Betriebe zum Wohle der gesamten Gemeinschaft.
  • Beteiligung zertifizierter Betriebe an der Erhaltung und Verwaltung gemeinschaftlich genutzter Ressourcen, wie beispielsweise Gewässer, Wasserläufe und Baumbestände.
  • Minimierung des "ökologischen Fußabdrucks" dank gut geführter Betriebe. Diese sind auch angrenzenden Gemeinschaften und Wildgebieten gute Nachbarn.
  • Aus- und Weiterbildung auch in Umweltbelangen für Farmer und Arbeiter.
  • Funktion bewaldeter Plantagen als "kleines Kaufhaus" für Landarbeiter und angrenzende Gemeinden dank der Verfügbarkeit von Feuerholz, Früchten, Fasern, Heilpflanzen und anderen Bedarfsgütern.
  • Funktion als Rückzugsgebiet für wild lebende Tiere und als Aufwertung des Landschaftsbildes für die dort lebenden Menschen. Dies ist für die Menschen auch deshalb wichtig, da auf diese Weise Ökotouristen angezogen werden.

Vorteile für Landwirte, Händler und Röster:

  • Zertifizierte Betriebe werden auf der Grundlage von Managementplänen und Betriebskostenkontrolle geführt.
  • Das Ökolabel bietet eine bessere Verhandlungsbasis.
  • Zertifizierte Produkte ermöglichen bessere Handelsbedingungen, also auch bessere Preise.
  • Der Zugang zu technischer Unterstützung und günstigen Kreditmöglichkeiten wird erleichtert.
  • Direkte Vermarktung ist möglich.
  • Die Glaubwürdigkeit bei der Vermarktung steigt. Dritte können Ansprüche leichter durchsetzen.
  • Das Risiko wird reduziert, das Management wird verbessert.
  • Die Vermarktung findet gemeinschaftlich statt.
  • Das Risiko für den Betrieb sowie das Marktrisiko werden verteilt.
  • Stabilität und Nachhaltigkeit werden gesteigert.
  • Sicherheit der Lieferkette und die einfache Rückverfolgbarkeit sorgen dafür, dass der Ursprung der Erzeugnisse nachgeprüft werden kann.

Auf die wirtschaftlichen, sozialen und umweltbezogenen Herausforderungen in den Kaffeeanbaugebieten gibt es keine einfache Antwort. Daher müssen wir mit Lösungen aufwarten, die die Wirtschaftlichkeit einer guten landwirtschaftlichen Erzeugung mit optimierten Handelspraktiken, verbesserten Lebensbedingungen für Landwirte und Arbeiter und dem Schutz der Umwelt verbinden. Dies sind die drei Säulen der Nachhaltigkeit: Umwelt, soziale Belange und Wirtschaftlichkeit. Die Zertifizierung von Nachhaltigkeit ist eine Methode, Landwirte zu unterstützen, Lebensräume für wild lebende Tiere sowie den Regenwald zu erhalten, Arbeiter zu schützen und dem Verbraucher die einfache und "geschmackvolle" Möglichkeit zu geben, seinen Beitrag zu umweltverträglichen Anbaumethoden zu leisten.