Ernte und Einkommen

Der Ansatz der Rainforest Alliance basiert auf der Idee, dass wirtschaftliches Wohlergehen ein wesentlicher Teil der Nachhaltigkeits-Gleichung ist. Wenn ein Unternehmen nicht finanziell unabhängig ist und bleibt, wird es niemals langfristigen sozialen und ökologischen Nutzen erzeugen. Deshalb siedelt der von uns zusammen mit unseren Partnern entwickelte Standard wirtschaftliche Kriterien ebenso hoch an wie die sozialen und ökologischen Kriterien. Ressourcen-abhängige Unternehmen, die nach unseren Kriterien zertifiziert werden, sollen nachhaltig sein – und das in jeder Hinsicht.

Zertifizierung bringt höhere Ernte und verbessert Einkommen von Kaffee- und Kakaobauern

  • Einer im Jahr 2012 in der Côte d’Ivoire durchgeführten Studie (auf englisch) zufolge liegt der Ernteertrag auf Rainforest-Alliance-zertifizierten Kakaofarmen um 40 Prozent höher als auf nicht-zertifizierten Farmen. Das Nettoeinkommen der zertifizierten Farmen stieg um nahezu das Vierfache.

  • Kaffeefarmen in El Salvador, die sich auf eine Rainforest-Alliance-Zertifizierung vorbereiteten und dafür an technischen Trainings teilnahmen, konnten ihre Ernteerträge bereits um durchschnittlich 89 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern (auf englisch). Im Vergleich dazu betrug die Steigerung bei nicht-zertifizierten Farmen im selben Zeitraum nur 25 Prozent. Auch das Nettoeinkommen stieg schneller bei den zertifizierten Farmen.
  • In einer Studie mit über 300 Kaffeefarmen in Nicaragua (auf englisch), die nach verschiedenen Standards zertifiziert sind, zeigten die Rainforest-Alliance-zertifizierten Farmen einen um 20 bis 40 Prozent höheren Ertrag als die nach anderen Statuten zertifizierten Farmen. Im Schnitt wies die Kaffeeernte der Rainforest-Alliance-zertifizierten Farmen eine bessere Qualität auf und sie erhielten bessere Preise. Das befähigte diese Farmer, Einnahmen wieder zu investieren.

Wettbewerbsvorteile für zertifizierte Forstunternehmen

  • So wie der Markt für nicht-zertifiziertes Holz und Holzprodukte schrumpft, so wächst er für zertifizierte Erzeugnisse. In der Europäischen Union (EU) sank die Nachfrage nach Sägeholz aus tropischen Herkünften in den Jahren 2005 bis 2010 um durchschnittlich 13 Prozent pro Jahr. Der Marktanteil von FSC-zertifiziertem Sägeholz in Westeuropa stieg im selben Zeitraum signifikant1. In den USA verstärkte der Trend zum “grünen Bauen” seinerseits die Nachfrage nach Produkten aus zertifizierten Herkünften.
  • Der Staatsforst des US-Bundesstaates Pennsylvania ist seit 1998 FSC-/Rainforest-Alliance-zertifiziert. Eine Analyse zeigt (auf englisch), dass das FSC-zertifizierte Holz, das an Aufkäufer ging, die ihrerseits über eine Lieferkettenzertifizierung verfügen, der Staatskasse von Pennsylvania Gesamteinnahmen in Höhe von 7,7 Millionen USD bescherte – und damit über dem Erlös liegt, den der Verkauf an nicht-zertifizierte Aufkäufer erbracht hätte.

Bessere Qualität und größere Profitabilität bei Forstkooperativen in Lateinamerika

  • Im Río Plátano Biosphären-Reservat in Honduras haben die Rainforest Alliance und ihre Partner vor Ort mit 12 Forstkooperativen in Gemeindebesitz zusammengearbeitet und technische Hilfestellung gegeben, Schulungen durchgeführt und neue Absatzmärkte aufgezeigt. Eine im Jahr 2010 durchgeführte Studie zeigt (auf englisch), dass unabhängig von der Steigerung des Ertrags um nur 33 Prozent das Einkommen um 128 Prozent stieg — was weitestgehend der jetzt besseren Qualität des Sägeholzes zu verdanken ist.
  • Durch die Rainforest Alliance und ihre Partner vor Ort technisch geschulte kommunale Forstunternehmen im Gebiet des Maya Biosphären-Reservats in Guatemala verdreifachten ihren Umsatz (auf englisch): Statt nur einfaches sägeraues Holz zu verkaufen, bieten sie nun Bohlen, Dielenbretter für Bodenbeläge und Holzteile für den Gitarrenbau an. Bei nur um fünf Prozent höherer Absatzmenge stieg das Einkommen der Betriebe auf das Doppelte. Zudem wurden 400 neue Arbeitsplätze jährlich geschaffen. Von dem Wachstum profitieren 10.500 Menschen direkt und weitere 70.000 indirekt.
  • Kommunale Forstbetriebe in San Bernadino de Milpillas Chico, Mexiko, die zuvor Verluste geschrieben hatten, konnten nach technischer Schulung durch die Rainforest Alliance innerhalb von drei Jahren Gewinne in Höhe von 1,7 Millionen USD erwirtschaften (auf englisch). Außerdem erschlossen sie sich weitere 1,1 Millionen USD als Investitionen, vornehmlich in Ausrüstung und Schulungen, etwa in Holzerntetechnik. Das Ergebnis: geringere Produktionskosten, höhere Produktionsmenge des Sägewerks, bessere Produktqualität und 15 neue Arbeitsplätze.

Der wirtschaftliche Nutzen unserer Arbeit:

  1. CBI: Ministry of Foreign Affairs of the Netherlands, “Promising EU Markets for FSC-certified Tropical Sawn Wood,” 2011, www.cbi.eu/?pag=85&doc=7078&typ=mid_document