Artenvielfalt

Überall auf der Welt bedroht das Eindringen des Menschen in sensible Forstökosysteme das Leben wildlebender Tiere. Seit 1992 ging die Artenvielfalt in den Tropen um 30 Prozent zurück1. Illegaler Holzeinschlag, Ausweitung landwirtschaftlichen Anbaus und rücksichtsloser Tourismus können katastrophale Folgen haben. Davon betroffen sind Großsäuger wie Menschenaffen und Elefanten, genauso wie Singvögel, Amphibien und Reptilien.

Andererseits helfen die Farmen, Forstbetriebe und Tourismusunternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, gefährdeten Arten den Lebensraum zu bewahren und vor Wilderei und anderen Gefahren zu schützen. Diese Betriebe beobachten und dokumentieren die Populationsbestände auf ihren Landflächen und erhalten notwendige Naturräume oder stellen sie wieder her.

Forest Stewardship Council -- FSC-zertifizierte Wälder schützen Menschenaffen und andere Säugetiere

Umweltschonende Holzernteverfahren, Überwachung der Jagd, Schutz von Nistplätzen und Brutstätten, Vorhandensein Frucht tragender Bäume und Gesetze und Vorschriften zum Artenschutz sind Vorgaben, die Menschenaffen und anderen Säugetieren einen besseren Schutz in FSC-zertifizierten Waldflächen bieten als in nicht-zertifizierten:

  • Menschenaffen traten in FSC-zertifizierten Waldbeständen (sowie denen, die zur Zertifizierung anstanden) häufiger auf2.
  • Eine in Gabun an sieben Forstbetrieben durchgeführte Studie ergab, dass FSC-zertifizierte Unternehmen wildlebenden Tieren besseren Schutz bieten als nicht-zertifizierte Betriebe. Die zertifizierten Betriebe setzten 86 Prozent der entsprechenden Maßnahmen um, die nicht-zertifizierten 29 Prozent3.
  • In Kamerun ergaben Erhebungen in bereits FSC-zertifizierten oder zur Zertifizierung anstehenden Beständen ein größeres Vorkommen an Säugetieren als in nicht-zertifizierten Beständen4.
  • Zertifizierte Forstkonzessionen im Deramakot Waldreservat in Malaysia weisen eine ähnlich hohe Populationsdichte an Säugetieren auf wie ausgewiesene Schutzgebiete5. Bei einigen Großsäugerarten wurden in den zertifizierten Konzessionsgebieten sogar mehr Tiere gezählt als in den umliegenden Schutzgebieten.

Zertifizierungsrichtlinien für Totholzbestände schützen Wildtiere

In Vermont/Kanada weisen FSC-zertifizierte Waldbestände nach der Holzernte eine signifikant größere Menge an Totholz (stehend oder liegend) auf, als nicht-zertifizierte Bestände6. Zwanzig Prozent der Wildtierarten, deren Lebensraum Totholz ist, gehören zu den seltenen, gefährdeten oder vom Aussterben bedrohten Arten7. Nahezu alle Tierarten leben gut in Gebieten mit reichem Totholzvorkommen. Es dient als Lebensraum, Quelle für Bodennährstoffe und Grundlage für die natürliche Waldverjüngung.

Verhaltensänderung hin zu Wildtierschutz

Water Protection

  • Im Bundesstaat Acre in Brasilien hat die Befolgung von Vorschriften des FSC-Standards durch Gemeindeforsten Korridore für den Wildwechsel geschaffen und ermöglicht ökologisch sensible Gebiete zu schützen. Zugleich war dies ein Beitrag dazu, ein grundsätzliches Verständnis für Natur- und Tierschutz bei den Gemeindemitgliedern zu schaffen8.
  • Eine Untersuchung von 14 verifizierten Tourismusunternehmen in fünf Ländern (auf englisch) ergab als Aussage aller, ihre Umweltschutzbemühungen, die das Verbot, einheimische Pflanzen und Tiere in irgendeiner Weise zu gefährden, einschließen, hätten dazu beigetragen, den Gästen eine reichere Naturerfahrung zu bescheren. Das Tambopata Research Center (auf englisch), eine Rainforest-Alliance-verifizierte Lodge mitten im Peruanischen Amazonasgebiet, liefert ein lebendiges Beispiel, wie Wildtierschutz zusätzliche Besucher anlocken kann.

Die Umwelt profitiert von unserer Arbeit:

  1. Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme), Keeping Track of our Changing Environment: From Rio to Rio+20 (1992-2012), http://www.unep.org/publications/search/pub_details_s.asp?ID=6245

  2. Arnold Van Krevold und Ingrid Roerhorst, Great Apes and Logging, World Wildlife Federation (WWF) report, 2009, http://awsassets.panda.org/downloads/3617_wnf_mensapen_en_fsc_eng_v7.pdf

  3. Tim Rayden und Rawlings Essame Essono. Evaluation of the management of wildlife in the forestry concessions around the national parks of Lope, Waka and Ivindo, Gabon. Wildlife Conservation Society. 2010. http://wcs-gabon.org/index.php?option=com_remository&Itemid=27&func=fileinfo&id=26&lang=en

  4. Zacharie Nzooh Dongmo, Leonard Usongo, Jeff Sayer und Eduardo Mansur. “Managing Production Forests for Biodiversity.” Nature and Fauna 23, no. 1 (2008): 16–21. http://cmsdata.iucn.org/downloads/nzooh_et_al_2008.pdf

  5. Sam, Mannan, K. Kitayama, Y. F. Lee, A. Chung, A Radin und P. Lagan. “RIL for biodiversity conservation and carbon conservation – Deramakot forest shows positive conservation impacts of reduced impact logging.” ITTO tropical forest update 18/2, pp. 7-9. 2008. http://www.forest.sabah.gov.my/images/pdf/publications/Tropical%20Forest%20Update%20by%20Mannan%20et%20al%202008.pdf

  6. Bryan C. Foster, Deane Wang und William S. Keeton. A Post-Harvest Comparison Of Structure And Economic Value In FSC-Certified And Uncertified Northern Hardwood Stands. Rubenstein School of Environmental and Natural Resources, University of Vermont, 2006. http://www.uvm.edu/giee/pubpdfs/Foster_2008_Journal_of_Sustainable_Forestry.pdf

  7. World Wildlife Fund, Deadwood -- Living Forests: The Importance of Veteran Trees and Deadwood to Biodiversity, report, 2004. http://wwf.panda.org/?15899/Deadwood-living-forests-The-importance-of-veteran-trees-and-deadwood-to-biodiversity

  8. Imaflora, Does Certification Make a Difference? Impact Assessment Study On FSC/SAN Certification In Brazil, 2009. www.imaflora.org/upload/repositorio/Does_certification_make_a_difference.pdf

 

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