Schutz der Ökosysteme

Angesichts des beständigen Anstiegs der Weltbevölkerung und des Schrumpfens der natürlichen Ressourcen ist die Ausweisung von Nationalparks und Schutzgebieten nicht ausreichend, um der zunehmenden Waldzerstörung Einhalt zu gebieten. Die Rainforest Alliance ist überzeugt, dass wertvolle Ökosysteme geschützt werden können und dennoch die Gemeinden und Unternehmen die Produkte aus dem Wald beziehen können, die sie für ihren Lebensunterhalt benötigen.

Die Farmen, Forstbetriebe und Tourismusunternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, bewirtschaften nicht nur ihr Land nachhaltig. Sie fungieren auch als integrierender Bestandteil innerhalb einer weiter gefassten Landschaft. Sie erhalten Bäume, beugen Erosion vor, schützen Gewässer und Böden, erhalten Lebensräume für Wildtiere und reduzieren die Gefahr von Bränden und zerstörerischen Eingriffen. Nachhaltig bewirtschaftete Betriebe und die Nachbarschaft zu geschützten Flächen können zusammen ein erfolgversprechendes Mosaik bilden, das Ökosysteme, Wildtiere und die Menschen der Region erhält und nährt.

Zertifizierte Forstplantagen richten fast doppelt so viele Naturschutzgebiete ein

Eine in Forstplantagen in Brasilien durchgeführte Studie1 kommt zu dem Ergebnis, dass 100 Prozent der FSC-/Rainforest-Alliance-zertifizierten Unternehmen Naturreservate entweder bereits eingerichtet haben oder dabei sind, welche einzurichten. Bei nicht-zertifizierten Betrieben waren dies nur 57 Prozent. Zertifizierte Betriebe haben zudem weitaus mehr heimische Arten angepflanzt -- 40 Prozent mehr -- als nicht-zertifizierte Betriebe. Damit verbunden ist auch eine bessere Widerstandsfähigkeit gegenüber Pflanzenkrankheiten und Schädlingsbefall. Und auch die natürliche standorttypische Artenvielfalt bleibt auf diese Weise erhalten bzw. wird wiederhergestellt.

Zertifizierte Unternehmen schaffen Korridore zwischen Waldstücken und Lebensraum für Wildtiere

Unter Schattenbäumen wachsende Kaffeepflanzungen fördern Artenvielfalt weitaus stärker als andere Landnutzungsformen2. Zertifizierte Farmen und Forstbetriebe stehen in gut-nachbarschaftlicher Verbindung zu Waldgebieten und Naturreservaten und den darin vorkommenden Arten:

  • Eine 2011 durchgeführte Studie (auf englisch) kommt zu dem Ergebnis, dass FSC-/Rainforest-Alliance-zertifizierte Forstbetriebe zum Schutz eines nahe gelegenen UNESCO-Weltnaturerbes beitragen. Sie erweitern den Lebensraum von Wildtieren, vergrößern den Genpool, erschweren das Eindringen unerwünschter Arten und bieten Schutz vor Waldbränden.
  • Untersuchungen in El Salvador ergaben, dass Zugvögel sich bevorzugt auf Rainforest-Alliance-zertifizierten Farmen niederlassen3; Vergleichsgruppe waren der Sonne ausgesetzte Farmen. Im biologischen Korridor Apaneca gelegen sind die untersuchten zertifizierten Farmen Teil eines aus einzelnen Waldstücken bestehenden Flächenverbunds, was die Wanderrouten ziehender Arten erhält und schützt. Dazu zählen auch die über 500 Vogelarten des Landes.

Zertifizierte Kaffeefarmen verbessern den Zustand des Bodens

Auf Rainforest-Alliance-zertifizierten Kaffeefarmen in Kolumbien wurden ein dauerhaft höheres Vorkommen und eine größere Artenvielfalt an am Boden lebender Arthropoden (Gliederfüßler) nachgewiesen als auf nicht-zertifizierten Farmen.4 Diese Arten, darunter Spinnen, Milben und Zecken, sind Indikatoren für die Bodengesundheit. Sie reagieren feinfühlig auf die Beschaffenheit, Struktur und Feuchtigkeit des Bodens.

Zertifizierte Forstkonzessionen verhindern Abholzung und Waldbrände besser als Schutzgebiete

Das Maya Biosphären-Reservat in Guatemala umfasst eine Fläche von 1,98 Millionen Hektar. Dazu gehören auch Flächen, für die Forstkonzessionen vergeben wurden, um lokalen Gemeinden die Holznutzung zu erlauben. Untersuchungen belegen, dass die Entwaldungsrate in den geschützten Gebieten 20 mal höher war als auf den für die Nutzung zugelassenen FSC-/Rainforest-Alliance-zertifizierten Flächen. Die Auswirkung von Waldbränden war in den Schutzgebieten um den Faktor 104 höher: 10,4 Prozent der Flächen wurden in nicht-zertifizierten Gebieten durch Brand zerstört, 0,1 Prozent in den zertifizierten Konzessionsflächen.

Die Umwelt profitiert von unserer Arbeit:

  1. Imaflora, Does Certification Make a Difference? Impact Assessment Study On FSC/SAN Certification In Brazil, 2009. www.imaflora.org/upload/repositorio/Does_certification_make_a_difference.pdf

  2. I. Perfecto, R. A. Rice, R. Greenberg und M. E. van der Vort, “Shade Coffee: A Disappearing Refuge for Biodiversity.” BioScience 46, no. 8 (1996): 598–608. http://nationalzoo.si.edu/scbi/migratorybirds/science_article/pdfs/93.pdf
    A.R. Brash, “The History of Avian Extinctions and Forest Conversion on Puerto Rico,” Biological Conservation 39 (1987): 97–111; http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/0006320787900280
    M. A. Nir, “The Survivors: Orchids on a Puerto Rican Coffee Finca,” American Orchid Society Bulletin 57 (1988): 989–995; http://openagricola.nal.usda.gov/Record/IND88040304

  3. Oliver Komar, Are Rainforest Alliance Certified Coffee Plantations Bird-Friendly? Final Technical Report Study of Dispersing Forest Birds and Migratory Birds in El Salvador’s Apaneca Biological Corridor. June 28, 2012. http://www.rainforest-alliance.org/publications/komar-bird-study

  4. David Hughell and Deanna Newsom, Impacts of Rainforest Alliance Certified Coffee farms in Colombia, 2013. http://www.rainforest-alliance.org/publications/cenicafe-report

 

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