Pestizide, Abfall und Gesundheitsvorsorge

Überall auf der Welt stellen die gebräuchlichen Pestizide ein deutliches Risiko dar für die Arbeiter und die Tier- und Pflanzenwelt. Ein Problem, das zusätzlich verstärkt wird durch häufig nicht sachgerechte und Sicherheitsvorkehrungen. Zwar werden in den Entwicklungsländern nur etwa 25 Prozent der weltweit verwendeten Pestizide ausgebracht. Ihr Anteil an akuten tödlichen Unfällen im Zusammenhang mit Pestizidgebrauch beträgt jedoch 99 Prozent1.

Unsere Programme fordern integrierte Schädlingsbekämpfung und setzen auf die eigene Widerstandskraft der Natur. Auch wenn es auf Rainforest-Alliance-zertifizierten Farmen erlaubt ist, definierte Agrochemikalien zu verwenden, darf auch das nur unter strikter Kontrolle geschehen. Zum Schutz der Menschen, der Tiere und Pflanzen und des Ökosystems. Unternehmen, die mit uns zusammenarbeiten, müssen auf die Gesundheit der Arbeiter, deren Familienangehöriger und der übrigen Gemeindemitglieder achten. Sie sind außerdem gehalten, das Abfallaufkommen zu reduzieren und anfallende Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen.

Rainforest-Alliance-Zertifizierung für Vorschriften zur Pestizidverwendung ausgezeichnet

Das Pesticide Action Network (Pestizid Aktions-Netzwerk) hat über seine Länderorganisation Vereinigtes Königreich die Vorschriften zur Pestizidanwendung aller für Landwirtschaft bestehenden Zertifizierungsschemata ausgewertet (auf englisch). Die Rainforest-Alliance-Zertifizierung erhielt eine Top-Bewertung. Sie wurde zitiert als diejenige mit den detailliertesten Anforderungen hinsichtlich des Schutzes der Gesundheit.

Zertifizierte Kaffeefarmen zeigen verantwortungsvolleren Umgang mit Abfall und Pestiziden

  • Eine 2012 durchgeführte Vergleichsstudie2 mit zertifizierten und nicht-zertifizierten Kaffeefarmen in Kolumbien zeigt für die zertifizierten Farmen signifikant bessere Ergebnisse: Gebrauch von Schutzausrüstung beim Ausbringen von Chemikalien, Lagerung von Chemikalien in ausgewiesenen Lagerräumen, Schulung der Arbeiter in Erster Hilfe und in Anwendung von Pestiziden, Betreiben von Klärgruben, Sammeln und Entsorgen von Feststoff-Abfällen.
  • Auf Kaffeefarmen in Brasilien führte die Rainforest-Alliance-Zertifizierung zu verantwortungsvollerem Betrieb der Farm. Dazu gehören die Behandlung und Entsorgung des für das Waschen der Kaffeebohnen benötigten Brauchwassers, von Reststoffen aus Betrieb und Reinigen von Maschinen, von Abfall und Abwasser aus häuslicher Nutzung sowie der Gebrauch von Schutzausrüstung.3.
  • Bei der Untersuchung Rainforest-Alliance-zertifizierter Kaffeefarmen in Nicaragua4 berichteten Farmer, dass seit ihrer Zertifizierung 2004 der geringere Einsatz von Chemikalien zusammen mit besseren Lebensumständen zu einem insgesamt besseren Gesundheitszustand geführt habe. Außerdem stehen den Arbeitern seither bessere Hygieneräume mit Duschen und Toiletten zur Verfügung.

Zertifizierte Bananenplantagen reduzieren Agrochemikalien und Wasserverunreinigungsrisiko

Rainforest-Alliance-zertifizierte Bananenplantagen in Ecuador erweisen sich als signifikant besser als die nicht-zertifizierte Vergleichsgruppe hinsichtlich der Verwendung von Agrochemikalien, der Abfallentsorgung und der Wasserqualität5.

Zertifizierte Forstunternehmen arbeiten sicherer und bieten bessere medizinische Versorgung

Eine Untersuchung von zertifizierten und nicht-zertifizierten Gemeindeforsten im brasilianischen Bundesstaat Acre zeigt: Zertifizierte Betriebe leisten mehr für die Arbeitssicherheit. Die Arbeiter tragen häufiger Schutzausrüstung und nehmen etwa vier Mal häufiger an Sicherheitsschulungen teil.3.

Nachhaltige Tourismusunternehmen reduzieren Abfall und verbessern Arbeitergesundheit

Eine Untersuchung von Tourismusunternehmen (auf englisch), die mit der Rainforest Alliance zusammengearbeitet haben, ergab:

  • 71 Prozent der Betriebe reduzierten das Aufkommen von Feststoff-Abfällen durch Recycling und Wiederverwendung. Die restlichen 29 Prozent konnten das Abfallaufkommen auch bei steigender Gästezahl zumindest gleich halten.
  • 93 Prozent der Betriebe steigerten die Qualität der Arbeitsplätze und erhöhten die Sicherheit am Arbeitsplatz durch zielgerichtete Maßnahmen.

Die Vorteile unserer Arbeit im Sozialen:

  1. Pesticide Action Network, www.panna.org/issues/pesticides-101-primer

  2. David Hughell and Deanna Newsom, Impacts of Rainforest Alliance Certified Coffee Farms in Colombia, draft document, 2012.

  3. Imaflora, Does Certification Make a Difference? Impact Assessment Study On FSC/SAN Certification In Brazil, 2009. http://www.imaflora.org/downloads/biblioteca/Does_certification_make_a_difference.pdf

  4. Sandra K. Znajda, Examining the Impacts of the Rainforest Alliance/SAN Coffee Certification Program: A summary of local perspectives from San Juan del Rio Coco, Nicaragua, Dalhousie University, Canada, bib. entry 0092, 2009.

  5. C. J. Melo and S. A. Wolf. “Ecocertification of Ecuadorian Bananas: Prospects for Progressive North–South Linkages,” Studies in Comparative International Development 42 (2007): 256–278. (Abstract: http://rd.springer.com/article/10.1007/s12116-007-9009-1.)