Frauen und Kinder: Unser Einfluss

60 Prozent der minderjährigen Beschäftigten im Alter von 5 bis 17 Jahren arbeiten in der Landwirtschaft. Als solches definiert die Internationale Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organization) Tätigkeiten in landwirtschaftlichen Betrieben, in der Fischerei und Fischaufzucht (Aquakultur), in der Forstwirtschaft und Viehzucht. Armut ist der wesentliche Antrieb für Kinderarbeit und geht einher mit begrenztem Zugang zu Bildung. In den ländlich strukturierten Gemeinden überall auf der Welt sind die Ärmsten der Armen vorwiegend Frauen und Mädchen. In unverhältnismäßig großer Zahl sind sie es, deren Rechte am Arbeitsplatz nicht respektiert werden und die nur begrenzt sozialen Schutz erfahren1.

In vielen Ländern ist es gerade in ländlichen Gemeinden durchaus üblich, dass Jugendliche ihre Familie bei der Arbeit unterstützen. Die Rainforest Alliance und ihre Partner arbeiten daran, Kinder vor missbräuchlicher und erst recht vor ausbeuterischer Beschäftigung zu schützen. Dazu gehört auch sicherzustellen, dass die Kinder eine Schulausbildung erhalten. Ausschließlich unter der Voraussetzung, dass eine Mithilfe der Kinder bei der Familienarbeit für den Lebensunterhalt der Familie absolut notwendig ist, ist sie – und auch nur bis zu einem definierten Höchstmaß - zulässig. Diese Mithilfe darf die Gesundheit und das Wohlergehen des Kindes in keinster Weise gefährden.

Besserer Schulbesuch bei Rainforest-Alliance-zertifizierten Unternehmen

  • Eine vergleichende Untersuchung von Forstbetrieben in Süd-Brasilien zeigte, dass 85 Prozent der Kinder im Schulalter, die FSC-/Rainforest-Alliance-zertifizierten Forstbetrieben angehören, eine Schule besuchen. Verglichen dazu waren es 15 Prozent bei nicht-zertifizierten Betrieben2.
  • Eine 2009 in Côte d’Ivoire durchgeführte Studie zeigte für Kinder, die auf Rainforest-Alliance-zertifizierten Kakaofarmen aufwachsen, eine um 20 Prozent höhere Schulbesuchsquote verglichen mit Kindern auf nicht-zertifizierten Farmen. Ein Ergebnis, das bereits im ersten bzw. zweiten Jahr nach erfolgreicher Zertifizierung erzielt wurde.In der Folgestudie zwei Jahre später, 2011 (auf englisch), hatten 50 Prozent der Kinder von zertifizierten Farmen einen altersgemäßen Wissensstand erreicht. Auf nicht-zertifizierten Farmen waren es hingegen nur 13 Prozent der Kinder.
  • Bis heute sind mehr als 100.000 Kinder von Rainforest-Alliance-zertifizierten Farmen in ihrer Schulbildung gefördert worden. Dazu gehören individuelle Stipendien wie auch Fördermittel und anderweitige Unterstützung, die die Farmen den Schulen zukommen lassen.

Bessere Chancen für Frauen und Kinder auf zertifizierten Farmen

  • Eine 2010 durchgeführte Untersuchung von über 300 Kaffeefarmen in Nicaragua, die nach einem von drei möglichen Standards zertifiziert waren3, ergab für Rainforest-Alliance-zertifizierte Farmen, dass die Frauen dort am weitesten in Aufgaben der Produktion und Entscheidungen zur Haushaltsführung eingebunden sind4.
  • Farmer von Rainforest-Alliance-zertifizierten Kaffeefarmen in Nicaragua gaben an, dass ihre Kinder eine bessere Chance auf den Besuch einer weiterführenden Schule erhalten haben und die Frauen ein höheres Wissen über die Bewirtschaftung einer Farm5.

Nachhaltige Tourismusunternehmen unterstützen Kinder und bekämpfen sexuelle Ausbeutung

  • Hotels in der Sarapiquí-Region in Costa Rica wurden vorab der Einführung der Rainforest Alliance-Kriterien für gutes Management bewertet und nochmals 18 Monate danach. Hier zeigten sich deutliche Verbesserungen. Auf einer Skala von 1 bis 10 (10 = volle Übereinstimmung) hatte der Durchschnitt sein Ergebnis verdoppelt im Bereich soziokulturelle und Aspekte für die Gemeinde (von 4,7 auf 8,6).
  • Eine 2010 durchgeführte Untersuchung von Unternehmen (auf englisch) die unser Programm für nachhaltigen Tourismus durchlaufen hatten, ergab dass 94 Prozent der Unternehmen an internationalen oder regionalen Kampagnen gegen die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger teilgenommen hatten.

Die Vorteile unserer Arbeit im Sozialen:

  1. International Labour Organization, Gender Equality in the Rural Sector: The Ever-Present Challenge, March 2, 2012, www.ilo.org/global/about-the-ilo/press-and-media-centre/insight/WCMS_174876/lang--en/index.htm.

  2. Imaflora, Does Certification Make a Difference? Impact Assessment Study On FSC/SAN Certification In Brazil, 2009, http://www.imaflora.org/downloads/biblioteca/Does_certification_make_a_difference.pdf

  3. The 315 coffee farms examined were certified against Rainforest Alliance Certified, Fair Trade or Café Practices standards.

  4. Ruerd Ruben and Guillermo Zúñiga, How Standards Compete: Comparative Impact of Coffee Certification in Northern Nicaragua, Radboud University Nijmegen, Centre for International Development Issues, the Netherlands, 2010. http://www.emeraldinsight.com/journals.htm?articleid=1912270&show=abstract

  5. Sandra K. Znajda, Examining the Impacts of the Rainforest Alliance/SAN Coffee Certification Program: A Summary of Local Perspectives from San Juan del Rio Coco, Nicaragua, Dalhousie University, Canada, bib. entry 0092, 2009.

 

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