Kakaowirtschaft nachhaltig ausrichten

Cocoa Beans - photo by David Dudenhoefer

Zu jedem Schokoriegel, der mit Kakao von Rainforest-Alliance-zertifizierten Farmen hergestellt wurde, lässt sich eine Geschichte erzählen. Vom Kleinbauern in Ghana, der hilft, das dafür benötigte Frischwasser zu schützen, den Boden, die Schmetterlinge und Pflanzen, die darauf heimisch sind. Von der Kakaokooperative in Ecuador, deren Mitglieder ihr Wissen teilen und ihre Arbeitsgeräte gemeinschaftlich nutzen und davon wirtschaftlich profitieren. Von dem Kakaohändler, der ein neues Lagersystem entwickelt hat, um den Kakao von zertifizierten Farmen getrennt von seinem anderen Kakao zu halten. Alles Schritte auf dem Weg hin zu einem Schokoriegel im Handelsregal, der das Siegel mit dem kleinen grünen Frosch trägt.

Die Anzahl solch inspirierender Geschichten kann ins schier Unendliche gesteigert werden. Denn die Rainforest Alliance hat unlängst eine Initiative ins Leben gerufen, von der einige hunderttausend Kakaobauern in der ganzen Welt profitieren werden.

Im Februar 2011 wurde das Projekt “Greening the Cocoa Industry” zur nachhaltigen Ausrichtung der Kakaowirtschaft gestartet. Es wird zusammen mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen, dem United Nations Environment Programme, durchgeführt und von der Global Environment Facility, einer Organisation zur Finanzierung von Umweltinvestitionen in Entwicklungsländern, finanziert. Kakaobauern aus zehn Ländern auf drei Kontinenten sind in das Projekt eingebunden. Sie kommen aus Brasilien, Côte d’Ivoire, der Dominikanischen Republik, Ecuador, Ghana, Indonesien, Madagaskar, Nigeria, Papua Neu Guinea und Peru. Ihnen sollen Kenntnisse vermittelt werden, wie sie die Umwelt schützen können, ihr Einkommen steigern, ihre Familien und die anderen Gemeindemitglieder unterstützen und eine langfristig stabile Kakaowirtschaft etablieren können.

Durch Schulungen zu agrarpraktischen und wirtschaftlichen Themen, Zertifizierung und Monitoring, wird das Projekt Einfluss nehmen auf die Bewirtschaftung von 750.000 Hektar Kakaoanbaufläche und damit 10 Prozent der Weltkakaoernte. Dies entspricht einem Erntevolumen von rund 350.000 Tonnen Kakao – genug, um 1 Milliarde Schokoriegel herzustellen. Voraussichtlich 250.000 Kakaobauern werden mit Hilfe dieses Projekts lernen, wie sie den Kakaoanbau nachhaltig ausrichten und ihre Farmen dafür Rainforest-Alliance-zertifizieren lassen können. Das Projekt läuft bis Dezember 2016. Den Anfang machten Côte d’Ivoire, Ghana, Indonesien und Ecuador. Drei weitere Länder werden im Lauf dieses Jahres hinzukommen, die restlichen drei dann 2013.

Zusätzlich zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt und dem Erhalt der natürlichen Ressourcen der tropischen Ökosysteme, in denen die Farmen beheimatet sind, hoffen wir, die Nachfrage nach Kakao von Rainforest-Alliance-zertifizierten Farmen steigern zu können. Dies bedeutet, dass die Bauern, die an dem Projekt teilnehmen, ihren Lebensunterhalt vom Ertrag ihrer gut bewirtschafteten Farmen bestreiten können. Unser Siegel mit dem grünen Frosch ist heute schon auf führenden Markenschokoladen zu finden. Dazu gehören Côte d’Or, Daim, Marabou (Kraft Foods) und Galaxy (Mars). Die Nachfrage nach Kakao von zertifizierten Farmen soll weiter gesteigert, die Abnahme gesichert werden. Hierfür streben wir Abnahmezusagen von Herstellern an.

“Durch diese Partnerschaften mit den Bauern können wir den Verbrauchern zusichern, dass die Kakaobauern nicht nur den Lebensunterhalt ihrer Familie sichern können, sondern dabei auch den Schutz der Umwelt berücksichtigen“, sagt Edward Millard, Leiter des Projekts und Director Sustainable Landscapes bei der Rainforest Alliance. “Wir hoffen, damit aufzeigen zu können, dass der großartige Geschmack von Schokolade auch von nachfolgenden Generationen noch genossen werden kann.”

Unser Projektpartner Global Environment Facility (GEF)

The Global Environment Facility Die Global Environment Facility (GEF), eine Organisation zur Finanzierung von Umweltinvestitionen in Entwicklungsländern, bringt 182 Regierungen als Partner mit internationalen Institutionen, Nicht-Regierungsorganisationen und dem privaten Sektor zusammen. GEF vergibt Fördermittel an Entwicklungsländer und Schwellenländer, sie verbindet lokale, nationale und globale ökologische Herausforderungen, um eine nachhaltige Zukunft für alle zu erreichen. GEF wurde 1991 gegründet und ist heute mit mehr als 2.700 Projekten der größte öffentliche Förderer von weltweiten Umweltschutzprojekten.

Unser Projektpartner United Nations Environment Programme (UNEP)

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen, United Nations Environment Programme (UNEP), wurde 1972 gegründet. Es verleiht dem Umweltschutz Stimme innerhalb der Vereinten Nationen. Es ist gewissermaßen Katalysator (Beschleuniger), Anwalt, Ausbilder und Betreiber, wenn es darum geht, den weltweiten Umweltschutz sinnvoll anzugehen und auf nachhaltige Entwicklung auszurichten. Um das zu erreichen, arbeitet die UNEP mit verschiedensten Partnern zusammen, darunter andere Instanzen der Vereinten Nationen, Regierungen, internationale Organisationen, Nicht-Regierungsorganisationen, der Privatsektor und Zivilgesellschaften.