Q&A: Nachhaltig erzeugter Kakao bringt süße Vorteile für die Bauern und die Tier- und Pflanzenwelt

Edward MillardZusammen mit unseren Partnern im Sustainable Agriculture Network haben wir angefangen Farmern in Lateinamerika nachhaltige Anbaumethoden für Kaffeebohnen näherzubringen. Der nächste Schritt war die Zusammenarbeit mit Kakaofarmern in Ecuador. Genau wie Kaffee gedeiht Kakao erst richtig im Schatten der Baumkronen. Wird dies, zusammen mit anderen Maßnahmen umgesetzt wird so die Biodiversität erhalten, Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten wird angeboten, natürliche Bestäuber und andere Nützlinge werden geschützt, und dies bei steigendem Ertrag pro Fläche. Seit 2006 unterstützt Edward Millard das Kakaoprogramm. Er kam zur Rainforest Alliance, nachdem er bereits für Oxfam, Fair Trade und Conservation International gearbeitet hatte. Dank seiner Erfahrung konnte er immens dazu beitragen, den Gedanken der Nachhaltigkeit schnell in Afrika zu verbreiten. Wie schnell genau belegen eindrucksvoll zwei Zahlen: der Verkauf von Kakao der von Rainforest Alliance Certified™- Farmen stammt, stieg von 4,5 Mio. USD in 2007 auf 16,75 Mio. USD in 2008. In einem Interview spricht Millard über die Entwicklung des Programms und wo er noch Chancen dafür sieht.

Was hat die Rainforest Alliance dazu bewegt, mit Kakao-Farmern in Ecuador zusammen zu arbeiten?

Es erschien uns sinnvoll, unsere Erfahrung im Kaffeesektor auf den Kakaobereich zu übertragen, da der Anbau von Kakao ebenfalls eine wichtige Rolle im Erhalt der Biodiversität spielt. Beide Nutzpflanzen gedeihen unter Schattenbäumen. Die Schattenbäume wiederum sind elementar für den Schutz der Umwelt, gleichzeitig garantieren sie das wirtschaftliche Auskommen der Farmer. Ecuador hat sich als Ausgangspunkt für unser Kakaoprogramm angeboten. Es ist der größte Exporteur von Edelkakao weltweit ist und wir verfügen über Conservación y Desarrollo, einem unserer Partner im SAN, bereits über eine Präsenz vor Ort.

Welche Hindernisse traten bei dem Versuch auf, den Farmern den SAN-Standard zu erklären?

Cocoa Pods Kakaofarmen sind meistens Kleinstbetriebe mit wenigen Angestellten. Viele Passagen des SAN-standards wurden im Hinblick auf große Plantagen verfasst – diese Stellen konnte man so nicht übernehmen. Aus diesem Grund war es wichtig, lokale an die Bedürfnisse der Region angepasste Kriterien und Indikatoren zu formulieren. Dank dieser Indikatoren kann der SAN-Standard, der ursprünglich für Lateinamerika entworfen wurde, auf verschiedene geographische und kulturelle Kontexte bezogen werden.

Die zweite große Hürde, die wir nehmen mussten, bestand darin, dass das Konzept von Zertifizierungen im Allgemeinen ein neues in Afrika war, anders als in Lateinamerika. Um den Farmern näherzubringen, was der Zertifizierungsprozess alles umfasst und verlangt, muss man vor Ort schulen und weiterbilden. Dafür haben wir sogenannte Farmer-Field-Schools errichtet und dort Kurse angeboten. Außerdem haben wir örtliche Auditoren ausgebildet, um Zertifizierungs-Audits durchführen zu können.

Sehen Sie, dass die Kakaoindustrie als Ganzes verantwortungsvoller produziert?

Zweifellos. Die Selbst-Verpflichtung von Kraft Froods, unserem ersten Kakaoprogrammpartner, und die Verpflichtung von Mars jeweils bis 2020, 100.000 Tonnen Kakao von Rainforest Alliance Certified™- Farmen zu beziehen, bezeugen einen steigenden Trend in der Industrie. Inzwischen zeigen Unternehmen der gesamten Wertschöpfungskette, von Kakaoverarbeitern bis zu Herstellern, ein echtes Interesse an Zertifizierung.