Rainforest-Alliance-Certified™ Kakao ist Marktführer

May 28, 2013

Frankfurt am Main, 28. Mai 2013 – Nachhaltigkeit im Kakaosektor wird ein immer wichtigeres Thema, nicht nur in den abnehmenden, sondern auch in den produzierenden Ländern. Gerade in den Erzeugermärkten setzt sich deshalb das Nachhaltigkeitsschema des SAN-Sustainable Agriculture Network und der Rainforest Alliance immer weiter durch. Das belegen die aktuellen Zahlen zum Kakaoanbau:

Im Vergleich zum Vorjahr stieg das Volumen im Jahr 2012 von nachhaltig angebauten Kakao mit dem grünen Froschsiegel um 312 Prozent auf 405.608 Tonnen Kakao, 2011 waren es noch 98.417 Tonnen. Das entspricht inzwischen einem Anteil von 10 Prozent der Weltkakaoernte. Von diesem konnten 146.852 Tonnen Kakao verkauft werden. Mehr als doppelt so viel, wie noch im Jahr 2011, in dem 71.397 Tonnen Kakao mit dem Siegel Rainforest-Alliance-Certified™ auf den Weltmarkt gelangten. Kein anderer Kakao mit einem Nachhaltigkeitssiegel wurde im Jahr 2012 häufiger verkauft. Dies macht den Kakao von Rainforest-Alliance-Certified™ Farmen zum Marktführer im Segment „mit Zertifikat“.

Die positive Entwicklung beim verkauften Kakao konnte erzielt werden, obwohl die Rainforest Alliance strikte Segregation der Rohstoffe fordert. „Der Weg des Kakaos ist mit unserem System transparenter als bei anderen Warenstromkonzepten nachzuvollziehen“, erklärt Marcel Clement, Senior Manager Europe & Japan Sustainable Value Chains bei der Rainforest Alliance. Nur mit Segregation ist die Lieferkette transparent, und der Weg vom Feld bis zum fertigen Schokoladenprodukt lückenlos verfolgbar. „Die fast 150.000 Tonnen an verkauftem Rainforest-Alliance-zertifizierten Kakao belegen, dass Segregation auch bei Kakao machbar ist und seine Abnehmer findet“, so Clement weiter. Die Menge, die mit dem Siegel verkauft und ausgelobt wurde, entspricht 36 Prozent des verfügbaren Kakaos. „Im Vergleich zum Vorjahr verdoppelte sich der Absatz des Rainforest-Alliance-zertifizierten Kakaos. Die Co-Investitionen der großen Abnehmer, wie zum Beispiel Hershey, Mondelez und Mars, um nur einige zu nennen, zeigen deutlich Erfolge. Die Nachfrage auf dem Markt ist der Katalysator“, erklärt Clement, der selbst auf viele Jahre im Rohstoffhandel zurückschauen kann. Man könne also nicht behaupten, das Angebot von zertifiziertem Kakao wäre immer noch zu gering, kommentiert der gebürtige Niederländer.

Nicht nur angebautes Volumen und Absatz entwickelten sich positiv, auch die Anzahl zertifizierter Produzenten stieg von 60.293 auf 198.691, sowie die Fläche von nachhaltig bewirtschafteter Agrarfläche von 154.075 auf 641.537 Hektar Land. Den massiven Anstieg bei allen wichtigen Kennzahlen führt Christian Mensah, Manager West Africa bei der Rainforest Alliance, auf zwei Säulen zurück: „Immer mehr Kakao-Farmer in Westafrika sehen die Vorteile, die ihnen eine Zertifizierung bringt, und stellen ihre Produktion auf nachhaltige Praktiken um.“ Die zweite Säule ist eine Konsequenz daraus: „Einer der vielen Vorteile ist die steigende Produktivität, die über die Implentierung guter fachlicher Praktiken erreicht wird, zum Beispiel die systematische Pflanzung von heimischen Schattenbaumarten“, so Mensah weiter. Beide Säulen zusammen sorgten letztlich dafür, dass 2012 viermal mehr Rainforest-Alliance-Certified™ Kakao produziert wurde, als noch im Jahr 2011.

61 Prozent des Kakaos stammt dabei aus der Côte d‘Ivoire, deren Kakaosektor fast ausschließlich von Kleinbauern bestimmt wird. 17 Prozent stammen aus Ghana, dessen Agrarsektor ähnlich strukturiert ist.

Schon im Januar 2013 konnte die Umweltschutzorganisation große Erfolge mit dem Projekt Greening the Cocoa Industry vermelden. Die jetzigen Zahlen zum Wachstum und zur Marktverteilung sind auch im Kontext solcher Projekte zu betrachten. Marcel Clement bemerkt dazu abschließend: „Die Arbeit in Westafrika ist sicherlich nicht leicht, aber die Fortschritte, die wir mit unseren gemeinsamen Anstrengungen erzielen, bestätigen, dass unsere Arbeit sie nicht umsonst ist und wir es schaffen können, die dortige Landwirtschaft auf Nachhaltigkeit umzustellen.“