Erster Nachhaltigkeits-Standard für tropische Rinderfarmen

August 31, 2010

Die internationale unabhängige Umwelt-schutzorganisation Rainforest Alliance und USAID (United States Agency for International Development – die US-amerikanische Behörde für internationale Entwicklungszusammenabreit) haben jetzt gemeinsam einen neuen Standard für nachhaltige Rinderhaltung in den Tropen eingeführt. Der Standard setzt auf den bereits bestehenden für nachhaltige Landwirtschaft des SAN auf (SAN steht für Sustainable Agriculture Network – eine Koalition von neun Umweltschutzorganisationen, darunter die Rainforest Alliance). Die ergänzten Bestimmungen für die Rinderhaltung fördern eine artgerechte Tierhaltung und ein gutes ökologisches sowie soziales Management in den Betrieben. Es ist der erste Standard für nachhaltige Rinderhaltung in den Tropen.

Rinderfarmer in Lateinamerika, Afrika, Asien und Ozeanien, die daran interessiert sind, ihre Tierhaltung, den Umweltschutz, das soziale Umfeld, die Arbeitsbedingungen und die betriebliche Effizienz zu verbessern und ihre Produkte mit dem Rainforest Alliance CertifiedTM-Siegel zu vermarkten, können sich ab sofort dem Zertifizierungsprogramm unterziehen. Nur Farmen, deren Rinder freien Zugang zu Weideland haben, können den Standard erfüllen. Zudem dürfen auf den Farmen weder gentechnisch veränderte Tiere gehalten noch dürfen die Tiere mit gentechnisch verändertem Futtermittel versorgt werden. Gentechnik ist verboten. Desweiteren umfasst der neue Rinderzucht-Standard Richtlinien für integrierte Managementsysteme, nachhaltige Weidewirtschaft, artgerechte Tierhaltung und Verbesserung der CO2-Bilanz im Kampf gegen den Klimawandel.

Cattle

Der neue Nachhaltigkeits-Standard soll Abhilfe für Probleme schaffen, die durch Rinderhaltung verursacht werden, wie Tierquälerei in der Massentierhaltung, nicht artgerechtes Füttern, die Verabreichung von Anabolika zur beschleunigten Gewichtszunahme oder hohe Treibhausgas-Emissionen.

Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO werden annähernd 26 Prozent der Erdoberfläche als Weideland genutzt. Die Rinderzucht und -haltung treibt die Entwaldung immer weiter voran, und zusammengenommen sind Rinderfarmen für 18 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.

Hintergrund:

Der Zertifizierungs-Standard für Rinderfarmen ist das Resultat vereinter Bemühungen des Sustainable Agriculture Network (SAN) mit dem Centro Agronómico Tropical de Investigaciòn y Enseñanza (CATIE). Im Rahmen seines Rinderzucht und Umweltmanage-ment-Programms (Ganadería Ambiental y Medio Ambiente) arbeitet CATIE seit 1995 an optimalen Bedingungen für eine nachhaltige Rinderhaltung in Lateinamerika. Die Entwick-lung des Standards begann 2007 mit einem öffentlichen Beratungsprozess. Über 130 Orga-nisationen aus 34 Ländern beteiligten sich daran. In Costa Rica, Nicaragua, Brasilien, Kolumbien und Honduras wurden Workshops abgehalten, an denen Rinderzüchter und führende Vertreter ihrer Interessenverbände, Abgesandte aus Wissenschaft und Regierung sowie Repräsentanten von Umwelt- und Tierschutz-NGOs teilnahmen. Der Standard wurde in Australien, Brasilien, Kolumbien, Costa Rica, Kenia und Nicaragua getestet und das SAN International Standards Comittee erteilte im Juli 2010 seine finale Freigabe.

USAID, vertreten durch das Environmental and Labor Excellence Program for CAFTA-DR (ELE CAFTA-DR), unterstützt das neue Programm maßgeblich.

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