Schimpansen, Waldelefanten und Co.: Artenvielfalt erhalten trotz Kakaoanbau

11. Oktober 2017

Rainforest Alliance und Partner schulen Farmer in der Côte d‘Ivoire

Kakaoanbau und Erhalt der Artenvielfalt gehen zusammen. Ein Multistakeholder-Projekt der Rainforest Alliance rund um den Taï Nationalpark in der Côte d’Ivoire, das unlängst abgeschlossen wurde, hat das gezeigt. Seit dem Jahr 2012 wurden 2.000 Farmer in klimasmarten Anbaumethoden geschult, 7.000 Hektar Land renaturiert und 60.000 Schattenbäume gepflanzt.

Der Taï Nationalpark ist UNESCO-Weltnaturerbe und ein Zentrum für reichhaltige Biodiversität. Entwaldung, unter anderem durch expansive Landwirtschaft, gefährdet jedoch diesen artenreichen Lebensraum. Um dem entgegenzuwirken, bildete sich eine Koalition aus der Rainforest Alliance und ihrem SAN-Partner CEFCA (Centre d' Etudes, Formation, Conseils et Audits), der Wild Chimpanzee Foundation (WCF), Barry Callebaut, dem OIPR (Office Ivoirien des Parcs et Réserves), der GIZ und SODEFOR (Société de Developpement des Forêts).

Artenvielfalt schützen, Anbau an den Klimawandel anpassen

Ein Ziel des gemeinsamen Projekts war es, Gemeinden und Farmer für die Bedeutung von Artenvielfalt zu sensibilisieren. Der Konsum von Wildfleisch sowie die Jagd auf Wildtiere wie Schimpansen sind in der Côte d’Ivoire weit verbreitet. Aufklärung zu wildlebenden Tieren der Region und Alternativen zu Wildfleisch wie die Hühnerzucht haben sowohl zum Schutz der Artenvielfalt als auch dazu beigetragen, die Côte d’Ivoire von Ebola freizuhalten.

In Schulungen lernten Kakaofarmer Methoden, wie sie sich an den fortschreitenden Klimawandel anpassen können. Denn Wissenschaftler prognostizieren, dass sich die fruchtbaren Gebiete für den Kakaoanbau in der Côte d‘Ivoire durch den Klimawandel signifikant reduzieren werden. Einkommen zu diversifizieren und damit breiter aufzustellen ist für Erzeugergemeinschaften daher essenziell, um ihre Lebensbedingungen nachhaltig sichern und verbessern zu können.

Produktivität steigern, Frauen stärken

Farmer steigerten durch nachhaltigere Anbauweise und Agroforstsysteme ihre Erträge im Laufe des Projekts um rund 30 Prozent – von durchschnittlich 350 kg pro Hektar auf 455 kg pro Hektar. Neu gepflanzte Schattenbäume verbinden nun Kakaofarmen mit umliegenden Lebensräumen und erhalten so die natürlichen Wanderrouten für Wildtiere.

Auch Frauen wurden durch das Projekt gezielt angesprochen, um ihre Rolle im Kakaoanbau zu stärken. Schon heute ist jede vierte Kakaofarm in der Côte d’Ivoire im Besitz einer Frau. Ergänzende alternativen zum Kakaoanbau wie die Nutztierhaltung zeigen Frauen zusätzliche Einkommensquellen auf.

Zwei weitere Projekte der Rainforest Alliance mit ähnlichem Ansatz sind in Kooperation mit Partnern aus Wirtschaft und Politik bereits im Herbst 2017 an den Start gegangen – je eines im Westen Ghanas und eines im Westen der Côte d’Ivoire.

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