Für landwirtschaftliche Produzenten

Die Landwirtschaft -- der Anbau von Feldfrüchten und die Tierhaltung -- beansprucht bereits 38 Prozent der Landfläche unseres Planeten. Die industrialisierte Landwirtschaft ist die Hauptquelle für Umweltverschmutzung und rasant steigenden Wasserverbrauch. Das weltweite Bevölkerungswachstum erhöht den Druck zusätzlich. Immer mehr Waldfläche wird zu landwirtschaftlicher Nutzfläche umgewandelt. Die gängige Praxis wird nur den Teufelskreis von Armut verschlimmern, in dem die meisten Bauern gefangen sind. Besonders jene, die in den Regionen leben, die zugleich die empfindlichsten und wegen ihrer Einzigartigkeit schützenswertesten Ökosysteme beheimaten.

Auf Rainforest Alliance-zertifizierten Farmen allerdings gelingt es, den negativen Einfluss der Landwirtschaft auf die Umwelt zu reduzieren. Sie leben in guter Nachbarschaft mit den örtlichen Gemeinden und der Natur und wirken oft aktiv mit bei regionalen Umweltschutzaktivitäten.

Unter dem Dach des SAN Sustainable Agriculture Network (Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft), einem internationalen Bündnis führender Umweltschutzgruppen, arbeitet die Rainforest Alliance mit Bauern zusammen, um sicherzustellen, dass sie die Anforderungen des SAN-Standards erfüllen. Dies dient dem Schutz des Wildlebens, von Tieren und Pflanzen, und dem Erhalt der Naturräume und berücksichtigt ebenso die Rechte der Arbeiter  und die Interessen der lokalen Gemeinden. Farmen, die die Kriterien dieses strikten Nachhaltigkeitsstandards erfüllen, werden mit dem Siegel Rainforest Alliance Certified™ ausgezeichnet.

Rainforest Alliance Certified™ besagt:

  • Weniger Wasserverunreinigung - mögliche Verunreinigungsquellen (z. B.: Pestizide, Düngemittel, Abwasser, Abfall, Brennstoffe und sonstige Eintragungen) werden identifiziert und kontrolliert.
  • Weniger Bodenerosion - etwa durch Bepflanzen von Randzonen und Erhalten von bodendeckenden Pflanzen.
  • Geringeres Gefährdungspotenzial für die Umwelt und die menschliche Gesundheit - der Gebrauch besonders schädlicher Pestizide ist verboten, jeglicher Einsatz von Agrochemikalien streng reguliert; es wird auf umweltfreundliche Schädlingsbekämpfungsmittel umgestellt.
  • Schutz natürlicher Lebensräume von Wildtieren und –pflanzen - jede weitere Abholzung ist untersagt, Flussufer sowie empfindliche Ökosysteme wie Feuchtgebiete und Waldflächen werden geschützt.  
  • Geringeres Abfallaufkommen - Nebenprodukte wie die Schafte der Bananenpflanzen, Kaffeepulpe, Orangenschalen, unverkäufliches Schmuckgrünwerden kompostiert, nicht kompostierbare Abfälle wie Glas und Metall werden bestmöglich recycelt.
  • Geringerer Wasserverbrauch - etwa durch Wassersparmaßnahmen bei den Waschstationen und Verpackungsanlagen, in den Wohnanlagen und bei der Bewässerung.
  • Effizientere Betriebsführung - das die Zertifizierung unterstützende Programm hilft den Farmern, Verbesserungen zu planen, wirkungsvollere Managementpraktiken anzuwenden, Probleme zu identifizieren, sie anzugehen und die Fortschritte zu verfolgen.
  • Verbesserte Bedingungen für die Farmarbeiter - etwa Zahlung angemessener Löhne, Vorhandensein geeigneter sauberer Unterkünfte und sanitärer Einrichtungen, Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie allgemein sichere und gute Arbeitsbedingungen. Die Arbeiter und ihre Familien haben Zugang zu Bildung, es gibt Einrichtungen zur Gesundheitsvorsorge und medizinischen Behandlung, die Kinder bekommen Schulunterricht, es gibt Möglichkeiten für den öffentlichen Transport und die Weiterbildung.
  • Bessere Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit der Farmen - durch höhere Produktion, bessere Qualität der Ernte, weniger Beschwerden seitens der Arbeiter und höhere Arbeitsproduktivität. Das Rainforest Alliance Certified™-Gütezeichen bietet Farmern mehr Einfluss beim Verkauf ihrer Erzeugnisse, bei der Angebotsdifferenzierung, eröffnet Möglichkeiten für Preis-Premiums und besseren Zugang zu Krediten.
  • Bessere Zusammenarbeit von Farmern und Naturschützern - Naturschutzgebiete allein können nicht die Schätze der Natur und die Artenvielfalt auf unserer Erde bewahren. Wir müssen sicherstellen, dass wildlebende Tiere und Pflanzen auch außerhalb dieser besonders geschützten Gebiete Refugien finden. Da die Farmer über das Schicksal immenser Landflächen bestimmen, darunter auch gefährdete Lebensräume, ist es entscheidend für jedes lokale oder regionale Naturschutzkonzept und jede Maßnahme, dass sie sich mit Ideen und ihrem Willen maßgeblich daran beteiligen.

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