Zertifizierung von Farmen

Der Ansatz der Rainforest Alliance wird dadurch unverwechselbar, dass er alle drei Säulen der Nachhaltigkeit berücksichtigt: Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliche Rentabilität. Mehr als zwei Millionen Farmer, Farmarbeiter und ihre Familienangehörigen nutznießen unmittelbar von der Rainforest Alliance-Zertifizierung. Zwar sei es eine Herausforderung, den Anforderungen des Standards zu entsprechen, sagen sie, doch helfe es ihnen, ihre Farm vorausschauend und planvoll zu bewirtschaften, sich weiterzuentwickeln, Vertrauen zu gewinnen und Perspektiven zu entwickeln.

Bevor sie das Rainforest Alliance Certified™-Zertifikat erhalten, müssen sich die Farmen durch eine unabhängige international anerkannte Organisation, die Sustainable Farm Certification Intl., auditieren lassen. Sie zertifiziert nach den Richtlinien des Sustainable Agriculture Network-Standards (Standard des Netzwerks für nachhaltige Landwirtschaft).

Für weitere Informationen siehe Sustainable Farm Certification, Intl.

Unser umfassender Standard für nachhaltige Landwirtschaft und das Rückverfolgbarkeitssystem stellen sichern, dass Produkte und Zutaten, die unser Siegel mit dem kleinen grünen Frosch tragen, zurückverfolgt werden können bis zur erzeugenden Farm oder kleinbäuerlichen Erzeugergruppe, die gut geführt ist, die Arbeiterrechte achtet, wildlebende Tiere schützt und das Gemeinwesen unterstützt.

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Welche Produkte können zertifiziert werden?

Der Anbau von mehr als 100 Farmfrüchten kann gemäß den ökologischen und sozialen Anforderungen des Sustainable Agriculture Network (Standard des Netzwerks für nachhaltige Landwirtschaft) zertifiziert werden.

Wie geht eine Zertifzierung vor sich?

Der Zertifizierungsstandard führt Farmer hin zu einer nachhaltig ausgerichteten Bewirtschaftung. Er gibt den unabhängigen Auditoren konkrete Vorgaben, anhand derer sie die Verbesserungen in sozialer und ökologischer Hinsicht ermessen können. Farmen, die die Anforderungen des Standards erfüllen, erhalten das Rainforest Alliance Certified™-Siegel. Als angesehenes und anerkanntes Gütezeichen können sie es bei der Vermarktung ihrer Erzeugnisse nutzen.

Welche Kriterien muss eine Farm erfüllen, um zertifiziert zu werden?

Um zertifiziert zu werden, muss eine Farm den Sustainable Agriculture Network-Standard (Standard des Netzwerks für nachhaltige Landwirtschaft) erfüllen.

Was unterscheidet die Rainforest Alliance-Zertifizierung von anderen Zertifizierungssystemen?

Die Rainforest Alliance-Zertifizierung fußt auf den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit. Keine dieser Säulen kann allein langfristig Erfolg sichern. Deshalb helfen wir den Farmern, auf allen drei Gebieten voranzukommen. Seit den Anfängen 1992 in Costa Rica hat sich unser Zertifizierungsprogramm auf 25 tropische Länder ausgedehnt, in denen das Wohlergehen von Millionen Farmern und Farmarbeitern und unzähligen Tier- und Pflanzenarten auf dem Spiel steht. Über zwei Millionen Farmer, Farmarbeiter und ihre Familienangehörigen profitieren unmittelbar von der Rainforest Alliance-Zertifizierung. Zwar sei es eine Herausforderung, den Anforderungen des Standards zu entsprechen, sagen sie, doch helfe es ihnen, ihre Farm vorausschauend und planvoll zu bewirtschaften, sich weiterzuentwickeln, Vertrauen zu gewinnen und Perspektiven zu entwickeln. Auch wenn wir zahlreiche Initiativen unterstützen, die dem Umweltschutz und der sozialen Gerechtigkeit verpflichtet sind, kombinieren sich unsere langjährige Erfahrung, unser Grundanliegen und unsere basisdemokratisch geprägte Stärke dazu, die Rainforest Alliance-Zertifizierung von anderen landwirtschaftlichen Zertifizierungsprogrammen abzuheben. Mehr dazu in The Rainforest Alliance Certified Difference (in englischer Sprache).

Ist mit der Rainforest Alliance-Zertifizierung die Forderung nach biologischem Anbau verbunden?

BIO-Anbau ist eine bedeutende weltweite Bewegung, erfolgreiche Landwirtschaft ohne synthetische Pestizide und Dünger zu betreiben. Der Sustainable Agriculture Network-(SAN-)Standard (Standard des Netzwerks für nachhaltige Landwirtschaft) basiert auf international anerkannten Schädlingsbekämpfungsmethoden, die die streng kontrollierte Verwendung einer begrenzten Anzahl von Agrochemikalien zulassen. Der SAN-Standard stellt zwei grundlegend wichtige Ziele heraus: Schutz der Tier- und Pflanzenwelt und Sicherung des Wohlergehens der Farmarbeiter. Rainforest Alliance-zertifizierte Farmen verwenden keine Agrochemikalien, die von der United States Environmental Protection Agency (US-amerikanischen Umweltschutzbehörde) und der Europäischen Union verboten sind. Des Weiteren ist die Verwendung von Chemikalien verboten, die als sogenanntes Dirty Dozen des nordamerikanischen Pestizid-Aktion-Netzwerk (Pesticide Action Network North America) gelistet sind. Von den Betreibern zertifizierter Farmen wird stattdessen gefordert, biologische und mechanische Alternativen zur Schädlingsbekämpfung einzusetzen, wo immer dies möglich ist. Weist ein Farmer nach, dass Agrochemikalien notwendig sind für den unmittelbaren Schutz der Pflanzen, muss er das sicherste verfügbare Produkt ausbringen und jede mögliche Schutzvorkehrung treffen, um die Gesundheit der Arbeiter und möglicher Anrainer nicht zu gefährden und die Umwelt möglichst nicht zu belasten.

Die Zertifizierung wirkt sich ganzheitlich auf die Bewirtschaftung der Farmen aus. Wir haben gezeigt, dass die Standards Farmen jeder Größenordnung einen realistischen und effektiven Weg eröffnen, sich nach und nach unabhängig von Agrochemikalien zu machen.

Wie wird das Programm finanziert?

Ergänzend zu den Spenden privater Stiftungen und Organisationen, den öffentlichen Fördermitteln und individuellen Spenden haben die Rainforest Alliance und das Sustainable Agriculture Network (Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft) ein Modell zur finanziellen Beteiligung der Unternehmen geschaffen. Dieser finanzielle Beitrag wird seit Oktober 2010 erhoben. Er richtet sich nach der Menge der Produkte mit Rainforest Alliance Certified™-Siegel, die das Unternehmen auf dem Markt handelt. Der Kostenbeitrag beträgt beispielsweise 0,015 US-Dollar (ca. 0,01 Euro bzw. 1 Eurocent) pro Pfund grünem Kaffee (Angabe in englischen Pfund, lb; entspricht ca. 453 Gramm), das im Marketplace-System erfasst ist.

Die Kaffeeimporteure sind diejenigen, die dafür verantwortlich sind, dass die Gebühr entrichtet wird, nicht die Farmer. Für Kaffee, der im Erzeugerland gehandelt wird, zahlt der nach der Verschiffung erste Aufkäufer die Beteiligungsgebühr.

Die Farmer haben für die technische Hilfeleistung und die Auditierung aufwandsbezogen Zahlungen zu leisten. (Tagessätze und Reisekosten). Da diese Besuche von regional ansässigen Organisationen durchgeführt werden, sind die Kosten nicht selten geringer als bei anderen Zertifizierungssystemen. Kleinbauern können sich zu einer Gruppe zusammenschließen und gemeinsam zertifizieren lassen. Auch hierdurch reduzieren sich die Kosten für das Auditing und der Verwaltungsaufwand.

Gibt es einen Markt für Produkte mit dem Rainforest Alliance Certified™-Siegel?

Der kleine grüne Frosch des Rainforest Alliance Certified™-Siegels ist inzwischen in zahlreichen Einkaufsstätten, Cafés, Restaurants, Büros etc. in der ganzen Welt zu sehen. Überall achten verantwortungsbewusste Verbraucher auf Umweltsiegel und fordern Lebensmittel aus nachhaltiger Erzeugung. Trend setzende Lebensmittelhersteller und -händler sind daran interessiert, mehr darüber zu erfahren, wie die Rohstoffe erzeugt wurden, wo, von wem, ob unter Berücksichtigung von Umwelt- und sozialen Belangen. Es gibt eine wachsende Zustimmung dafür, dass Zertifizierung eine wirkungsvolle Möglichkeit darstellt, Bewirtschaftungsmethoden einzuführen und zu stärken, die die Umwelt schützen, die Rechte der Arbeiter wahren und die Interessen der lokalen Bevölkerung berücksichtigen. Die Rainforest Alliance und ihre Partnerorganisationen erhöhen die öffentliche Aufmerksamkeit für den Zusammenhang zwischen Bewahrung dieses allem und dem landwirtschaftlichen Anbau.

Das Rainforest Alliance Certified™-Siegel steht für Nachhaltigkeit. Der einst vorwiegend von Umweltschutzgruppen und Entwicklungshilfeagenturen genutzte Begriff “nachhaltig" hat sich mittlerweile im öffentlichen Bewusstsein festgesetzt, gleichbedeutend mit allem was wir tun, um Armut zu bekämpfen, Umweltverschmutzung zu begegnen und die Ressourcen unserer Erde zu schützen, um sie für unsere Kinder zu erhalten. Nachhaltigkeit beschreibt einen Weg, Kosten zu reduzieren und gleichzeitig Nutzen zu erhöhen. Mit dem zunehmenden Bewusstsein über die Zusammenhänge, die sich griffig im englischen Slogan "people, planet, profits" ausdrücken, wird die Nachfrage nach nachhaltig erzeugten Waren weiter wachsen.

Gibt es Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung für Farmer, die sich zertifizieren lassen wollen?

Informationen dazu siehe Finance Alliance for Sustainable Trade.