Berlin, 31.03.2026 – Die Rainforest Alliance ruft Schokoladenhersteller, Handelsunternehmen und Einzelhändler dazu auf, über kurzfristige Marktentwicklungen hinauszublicken und mehr Einkommensstabilität für KakaobäuerInnen sicherzustellen. Die stark schwankenden Kakaopreise drohen, jahrelang erzielte Fortschritte in Westafrika und anderen Anbauregionen zu gefährden.
„Nachhaltigkeit darf kein Schönwetter-Bekenntnis sein. Wenn die Preise fallen, sind KakaobäuerInnen die zuerst und zugleich am stärksten Betroffenen. Ein resilienter Kakaosektor braucht Geschäftsmodelle, die Einkommen auch dann sichern, wenn die Marktbedingungen am schwierigsten sind – insbesondere für die Menschen am Anfang der Lieferkette“, sagt Santiago Gowland, Geschäftsführer der Rainforest Alliance.
Die gemeinnützige internationale Nichtregierungsorganisation arbeitet weltweit mit fast einer Million KakaobäuerInnen zusammen, die meisten von ihnen in Westafrika, die überwiegende Mehrheit von ihnen sind KleinbäuerInnen. Für diese Familien ist Kakao weit mehr als ein Rohstoff – er ist ihre zentrale Lebensgrundlage. Sinkende Preise können unmittelbar dazu führen, dass Familien eine Mahlzeit am Tag weniger haben, Kinder die Schule verlassen müssen und weniger in nachhaltige Anbaumethoden investiert wird. Das wiederum gefährdet die langfristige Stabilität der gesamten Kakaolieferkette.
Die Rainforest Alliance fordert ihre Partner im Kakaosektor auf, sich von kurzfristigen Marktlogiken zu lösen und verstärkt auf langfristige Abnahmevereinbarungen zu setzen. Diese bieten KakaobäuerInnen die notwendige Planungssicherheit, um in ihre Betriebe, ihre Familien und resiliente landwirtschaftliche Praktiken zu investieren.
„Bei meinen Besuchen in landwirtschaftlichen Gemeinden sehe ich, dass KakaobäuerInnen zunehmend nachhaltige Anbaumethoden anwenden, in ihre Flächen investieren und an einer besseren Zukunft für ihre Familien arbeiten“, sagt Nanga Kone, Country Manager Côte d’Ivoire bei der Rainforest Alliance. „Ein starker Preisverfall bedroht nicht nur ihre Einkommen, sondern die Stabilität der gesamten Kakaolieferkette. Wir brauchen ein System, das für kleinbäuerliche Familien funktioniert – nicht nur in guten Zeiten, sondern gerade dann, wenn die Bedingungen am schwierigsten sind.“
Die Rainforest Alliance ruft Beschaffungsunternehmen und Marktpartner zudem dazu auf, Investitionen in technische Beratung, Schulungen und den Zugang zu Produktionsmitteln aufrechtzuerhalten und auszubauen. Gemeinsam mit ihren Partnern entlang der Lieferkette setzt die Organisation sich für einen Kakaosektor ein, der wirtschaftlich tragfähig für KakaobäuerInnen, ökologisch nachhaltig und widerstandsfähig gegenüber Marktschwankungen ist.
Die Kakaolieferkette ist nur so resilient wie die Menschen an ihrer Basis. Fallen die Preise unter ein existenzsicherndes Niveau, sind die Folgen entlang der gesamten Lieferkette spürbar und lassen sich oft erst nach Jahren wieder ausgleichen. Die Lebensgrundlagen kleinbäuerlicher Familien sind das Fundament einer nachhaltigen Zukunft des Kakaosektors – Regierungen und Unternehmen müssen dies anerkennen und entsprechend handeln.

