Unser Engagement für nachhaltige Landwirtschaft
Die Ausdehnung landwirtschaftlicher Flächen ist für 70 Prozent der Entwaldung verantwortlich. Sie stellt somit die größte Bedrohung für den Waldbestand in den Tropen dar. In diesen Regionen großer Artenvielfalt sind oft die Farmbetriebe Verursacher von Bodenerosion, Wasserverschmutzung und Zerstörung der natürlichen Lebensräume der Wildtiere. Die Rainforest Alliance Certified™-Zertifizierung ermutigt die Farmer dazu, ihre Nutzpflanzen nachhaltiger anzubauen und ihre Viehzucht nachhaltiger zu betreiben.
Die Rainforest Alliance Certified™-Zertifizierung basiert auf den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit. Da keine Säule allein langfristigen Erfolg gewährleisten kann, helfen wir den Farmern, alle drei Bereiche erfolgreich anzugehen.
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Wo findet man Produkte mit dem Rainforest Alliance Certified™-Gütesiegel?
Das Gütesiegel Rainforest Alliance Certified™ findet man auf Produkten führender Markenhersteller und auf Spezialitäten im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland, Österreich, der Schweiz und vielen anderen Ländern Europas, in den USA, Kanada, Australien und Japan.
Wie kann sich mein Unternehmen beteiligen?
Wir können Ihnen helfen, egal, ob Sie ein Farmer sind und zertifiziert werden möchten oder ein Groß- oder Einzelhändler und zertifizierte Waren beziehen möchten. Lieferanten von nachhaltig erzeugten Waren können unter Rainforest-Alliance.org/marketplace gefunden werden. Um Ihre Farm zertifizieren zu lassen, kontaktieren Sie bitte die Organisation Sustainable Farm Certification, Int’l (auf englisch).
Welche Produkte werden zertifiziert?
Der Anbau von mehr als 100 Kulturpflanzen kann gemäß des Umwelt- und Sozialstandards des SAN Sustainable Agriculture Network (Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft) zertifiziert werden. Aktuell (Stand Juni 2013) sind über 875.091 landwirtschaftliche Betriebe und Genossenschaften mit mehr als 2.615.388 Hektar Fläche in 43 Ländern zertifiziert. Dies sind: Äthiopien, Argentinien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Côte d'Ivoire, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Indien, Indonesien, Jamaika, Kenia, Kolumbien, Malawi, Mexiko, Nicaragua, Panama, Peru, Philippinen, Sambia, Tansania, Uganda, die Vereinigten Staaten und Vietnam.
Wie funktioniert die Zertifizierung?
Die Zertifizierung ist grundsätzlich eine freie Entscheidung der Landwirte. Die Zertifizierungsnormen basieren auf drei Grundprinzipien der Nachhaltigkeit: ein ökologisches Gleichgewicht zu erhalten, soziale Gerechtigkeit zu fördern und ein wirtschaftliches Auskommen zu sichern. In diesen drei Bereichen werden die Landwirte zu nachhaltigem Management ihrer landwirtschaftlichen Betriebe angehalten. Landwirtschaftsbetriebe, die die Normen erfüllen, erhalten das Zertifikat „Rainforest Alliance Certified™". Unabhängige vom SAN Sustainable Agriculture Network (Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft) akkreditierte Inspektoren prüfen regelmäßig, ob die Betriebe die Normen einhalten. Das Rainforest Alliance Certified™-Zertifikat ist eine international anerkannte und damit wertvolle Auszeichnung, die die Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse erleichtert.
Was ist das Besondere dieser Zertifizierung?
Das Zertifizierungsprogramm ist auch deshalb so einzigartig, weil es von lokalen Gruppen durchgeführt wird, die mit Kultur, Umwelt, Anbautraditionen und auch mit den Regierungen der jeweiligen Regionen, in denen sie arbeiten, vertraut sind. Lokale Zertifizierungsinstanzen bedeuten: niedrigere Kosten, größere kulturelle Sensibilität und Vertretung vor Ort für Landwirte, Händler und Exporteure.
Bei einer ersten Besichtigung und Bestandsaufnahme vor Ort durch Techniker definieren diese, welche Änderungen und Verbesserungen für eine Zertifizierung erforderlich sind. Sind sie umgesetzt, beantragt der Landwirt eine umfassende Inspektion (Audit) seines Betriebes. Sie wird dann von einem Team erfahrener, unabhängiger Inspektoren vorgenommen, das jeden Aspekt des Landwirtschaftsbetriebes dahingehend überprüft, ob er die Normen erfüllt.
Der Zertifizierungsausschuss entscheidet auf der Grundlage eines umfassenden Prüfberichts darüber, ob der Betrieb mit dem Zertifikat ausgezeichnet wird. Ein schriftlicher Vertrag regelt und überwacht den Gebrauch des Siegels, den Umgang mit den Produkten und die Art und Weise ihrer Vermarktung. Alle Landwirtschaftsbetriebe werden jährlich besichtigt und müssen stetige Fortschritte nachweisen.
Was unterscheidet die Rainforest Alliance-Zertifizierung von anderen Zertifizierungssystemen?
Die Rainforest Alliance-Zertifizierung fußt auf den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftlichkeit. Keine dieser Säulen kann allein langfristig Erfolg sichern. Deshalb helfen wir den Farmern, auf allen drei Gebieten voranzukommen. Seit den Anfängen 1992 in Costa Rica hat sich unser Zertifizierungsprogramm auf 38 tropische Länder ausgedehnt, in denen das Wohlergehen von Millionen Farmern und Farmarbeitern und unzähligen Tier- und Pflanzenarten auf dem Spiel steht. Über zwei Millionen Farmer, Farmarbeiter und ihre Familienangehörigen profitieren unmittelbar von der Rainforest Alliance-Zertifizierung. Zwar sei es eine Herausforderung, den Anforderungen des Standards zu entsprechen, sagen sie, doch helfe es ihnen, ihre Farm vorausschauend und planvoll zu bewirtschaften, sich weiterzuentwickeln, Vertrauen zu gewinnen und Perspektiven zu entwickeln. Auch wenn wir zahlreiche Initiativen unterstützen, die dem Umweltschutz und der sozialen Gerechtigkeit verpflichtet sind, kombinieren sich unsere langjährige Erfahrung, unser Grundanliegen und unsere basisdemokratisch geprägte Stärke dazu, die Rainforest Alliance-Zertifizierung von anderen landwirtschaftlichen Zertifizierungsprogrammen abzuheben. Mehr dazu in: The Rainforest Alliance Certified Difference (in englischer Sprache).
Was unterscheidet die Rainforest Alliance Certified™-Zertifizierung vom "Fair Trade"-/TransFair-Siegel?
Die Rainforest Alliance und die Fair Trade Labelling Organizations International (FLO) sind beides international anerkannte und sich gegenseitig anerkennende Organisationen, die sich für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen in den Entwicklungsländern engagieren. Mehr.
Ist die Rainforest Alliance-Zertifizierung gleich zu setzen mit biologischem Anbau?
Nein. Der biologische Anbau verzichtet vollkommen auf moderne Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger. Im Vordergrund steht hier die Vermeidung von Umweltbelastungen für Natur und Anbauprodukt. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Beachtung der Fruchtfolgen. Demnach wird frühestens alle fünf Jahre die gleiche Pflanze auf einem Acker angebaut. Alles in allem steckt in der biologischen Landwirtschaft sehr viel Know-how und Arbeit, welches sich im Preis der Produkte widerspiegelt. Zudem ist im Allgemeinen die Produktivität des biologischen Anbaus etwas geringer als bei den anderen Anbaumethoden. (Quelle: Lebensmittellexikon).
Die SAN-Normen beruhen auf dem international anerkannten Modell des Integrated Pest Management (IPM, integriertes Pflanzenschutzmanagement). Erlaubt ist nur ein geringer, streng kontrollierter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft
Landwirte, deren Betriebe mit dem Rainforest Alliance Certified™-Zertifikat ausgezeichnet sind, verwenden keine Agrochemikalien, die von der amerikanischen Umweltschutzbehörde und der Europäischen Union verboten sind. Auch verwenden sie keine POP- und PIC-Chemikalien (Persistant Organic Pollutants- und Prior Informed Consent-Chemikalien). Von zertifizierten Landwirtschaftsbetrieben wird verlangt, dass sie biologische oder mechanische Alternative verwenden und soweit möglich auf den Einsatz von künstlichen Pestiziden verzichten. Zugelassen sind Agrochemikalien nur, wenn sie zum Schutz der Anbaupflanzen unvermeidbar sind. Es müssen dann in jedem Fall die sichersten Produkte verwendet werden und sämtliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, um die Umwelt und die Gesundheit der Menschen nicht zu gefährden.
Das Rainforest Alliance Certified™-Zertifikat wurde entwickelt, um die Landwirtschaft in ihrer Gesamtheit zu bewerten. Wir sind der Meinung, dass diese Normen für Landwirtschaftsbetriebe jeder Größe anwendbar sind und gerade für mittlere und großflächige Betriebe einen realistischen und effektiven Weg darstellen, auf den Einsatz von Agrochemikalien zu verzichten.
Dient die Rainforest Alliance-Zertifizierung auch dem Schutz wild lebender Tiere?
Ja. Erhalt und Schutz wild lebender Tiere sind integraler Bestandteil unseres auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Landwirtschaftsprogramms. Zertifizierte Landwirtschaftsbetriebe können für die Wildnis von großem Vorteil sein: Sie können häufig als Pufferzonen rund um Naturreservate und als so genannte Korridore zwischen Nationalparks fungieren. Die SAN-Normen legen Richtlinien für den Schutz von Wäldern und wild lebenden Tieren sowie für andere schützenswerte Lebensräume in und außerhalb der landwirtschaftlichen Betriebe fest. Zertifizierte Kaffee- und Kakao- Plantagen in geschützten Gebieten müssen den Erhalt Schatten spendender Bäume garantieren, die vielen verschiedenen Tierarten, von Affen bis zu Vögeln, einen Lebensraum bieten. Dazu ist beispielsweise gefordert, dass es 12 unterschiedliche einheimische Baumarten pro Hektar gibt. Eine große Zahl zertifizierter Betriebe schützt zusätzlich Waldreservate und verbietet auch dort die Jagd – Anforderungen, die es für das Bio-Siegel so nicht gibt.
Wie wird das Programm finanziert?
Die Standards wurden in einem umfassenden gemeinschaftlichen Prozess von Mitgliedern des Sustainable Agriculture Network (SAN) – Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft – entwickelt, darunter Praktiker, Bauern, Wissenschaftler und viele freiwillige Berater. Über die Jahre haben zahlreiche Einzelpersonen und Mitglieder, private Stiftungen, Unternehmen und Regierungsstellen ihrerseits einen Beitrag zum Programm geleistet.
Die Farmer bezahlen den Tagessatz und die Reisekosten der Techniker und der Auditoren. Da die Besuche von regionalen Organisationen durchgeführt werden, sind die Kosten meist niedriger als bei anderen Systemen. Kleinbauern können sich zu organisatorischen Einheiten zusammenschließen und eine Gruppenzertifizierung anstreben. Dadurch reduzieren sich die Kosten für die Audits und den Verwaltungsaufwand.
Im Oktober 2010 haben das Sustainable Agriculture Network und die Rainforest Alliance ein neues Modell der Finanzierung eingeführt, um die Arbeit für nachhaltige Landwirtschaft zu unterstützen. Diese Gebühr ist abhängig von der Menge der Produkte, die von Rainforest Alliance Certified™-Farmen bezogen werden. Bislang wurde unser Programm für nachhaltige Landwirtschaft hauptsächlich durch Fördermittel und Spenden finanziert. Die Gebühr stärkt das Sustainable Agriculture Network und die Rainforest Alliance, da sie die Integrität, die Glaubwürdigkeit und die finanzielle Nachhaltigkeit des Zertifizierungssystems befördert.
Wie profitieren die Farmer?
Die Zertifizierung erhöht die Wirtschaftlichkeit auf den Farmen, reduziert kostspieligen Materialeinsatz und verbessert die Bewirtschaftungsmethoden. Die Arbeiter profitieren von einem saubereren, sichereren und besseren Arbeitsplatz, an dem ihre Rechte respektiert werden. Die Zertifizierung vermittelt den Farmbesitzern besseren Zugang zu Einkäufern, etwa von Spezialitäten, zu vorteilhafteren Krediten und zu technischer Hilfe. Sie verhilft zu einer höheren Vertragssicherheit und der Möglichkeit, sich Premiummärkte zu erschließen und größere öffentliche Aufmerksamkeit zu erhalten. Obwohl die Rainforest Alliance und andere Mitglieder des Sustainable Agriculture Network (auf englisch) SAN (Netzwerk für nachhaltige Landwirtschaft) nicht unmittelbar an den Verhandlungen zwischen Farmern und den Produkteinkäufern beteiligt sind, stellen wir fest, dass die meisten Farmer einen Aufpreis dafür bekommen, dass ihre Farmen zertifiziert sind. Und: Allgemein verbessert sich auch die Qualität der Farmprodukte, sei es Kakao, Kaffee, Bananen oder Tee.





